Nigeria-Connection betreibt Fluthilfe

Spam: Abzocke mit Tsunami-Hilfe (Update)

Das Update finden Sie auf Seite 2

Scammer setzen auf die Flutkatastrophe in Südostasien als neue Geschäftsidee. Ein fiktives Spendenkonto dient den Email-Abzockern als Lizenz zum Gelddrucken. Allerdings dürfte das Geld eher in Mercedes-Benz-Limousinen denn in die Katastrophenhilfe investiert werden.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Das Update finden Sie auf Seite 2
  2. 2Wellenmitleid als Geschäftsidee
  3. 3Disaster Help Funds
  4. 4Unangenehme Tatsachen
  5. 5UPDATE: FBI schnappt den Betrüger
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Manche Menschen haben vor nichts Respekt. Da werden durch einen Tsunami hunderttausende von Menschen weggespült, ganze Landstriche vom Meer dem Erdboden gleich gemacht und ganze Völker binnen Minuten in die Hungersnot getrieben und Email-Abzocker haben nichts besseres zu tun, als daraus Profit zu schlagen, wie das Antispam-Unternehmen BlackSpider Technologies nun herausfand.

Wellenmitleid als Geschäftsidee

Doch wie schlägt man aus einer Welle Profit? Ganz einfach: Entweder, man schreibt den Hit zur Katastrophe, der dann bei Bildern des Unglücks im Fernsehen hoch und runter geleiert wird, so wie damals im September 2001 die im Karriereknick hängende Keltenpop-Prinzessin Enya. Oder man druckt T-Shirts für die inzwischen wieder in Hundertschaften eintrudelnden Touristen: "My uncle drowned in Thailand and all I got was this lousy T-Shirt!"

Wer es hingegen einfacher und unauffälliger mag, hält es mit Scam-Emails. Ganz im Stil der Nigeria-Connection, die sich bereits für Email-Scam-Klassiker wie den gestürzten afrikanischen Adeligen verantwortlich zeigten, werden arglose Bürger auf der ganzen Welt nun nach Spenden für die Flutopfer angeschnorrt.

Disaster Help Funds

Die Scam-Mails kommen über den Spam-Verteiler und sollten normalerweise direkt ungelesen in den Spam-Filter gejagt werden. Ein "Tsunamis Disaster Help Funds", so die Aussage der Emails im besten Nigeria-Connection-Sprech, also in gebrochenem Englisch, soll die Flutopfer mit den Spendengeldern unterstützen. Es steht freilich außer Frage, dass die Opfer nicht einen Cent jemals zu Gesicht bekommen.

In den Mails befinden sich Kontonummer oder Email-Adresse für die Kontaktaufnahme. Die Variante mit der Kontonummer ist insofern unangenehm, weil sie viele Leser dazu verleiten könnte, den Spendenaufrufen zu folgen. Die Kontonummer liegt bei einer niederländischen Bank.