Can-Spam-Act nutzt nichts

Spam: Antispam-Gesetze ohne Wirkung

Genau ein Jahr ist es nun her, dass die USA ihre Antispam-Gesetze erlassen haben. Mehrere Antispam-Unternehmen ziehen nun Bilanz - mit ernüchternden Ergebnissen: So scheint der Can-Spam-Act völlig ohne Wirkung zu sein. Und das, obwohl er die Rechtsgrundlage zur Verfolgung und Abstrafung von Spammern bietet.

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In den US-Medien wurden unter anderem die Unternehmen MX Logic und Postini zitiert. So meldete sich im Namen von MX Logic aus Denver der Chefprogrammierer der Unternehmens, Scott Chasin, zu Wort: "Obwohl den Spammern harte Strafen angedroht wurden, hat sich der Anteil der Werbepost am gesamten Aufkommen während des Jahres 2004 nicht verringert." Immernoch seien rund 75 Prozent aller Emails in den Vereinigten Staaten Werbepost, die die Datenwege verstopfen und Mitarbeiter den letzten Nerv kosten.

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Trotz Gesetzen mehr Spam

Ähnlich schätzt die Konkurrenz von Postini die Lage ein, allerdings mit wesentlich düsterer Tendenz: Das Unternehmen ist der Ansicht, dass inzwischen rund 88 Prozent aller Emails Spam seien. Damit sei das Kontingent seit Inkrafttreten des Can-Spam-Actes sogar noch gestiegen. Für 2003 ermittelten die Spam-Wächter einen Anteil von rund 78 Prozent am Gesamtaufkommen, womit der Spam-Anteil sich um 10 Prozent erhöht hätte - trotz Can-Spam-Act.

Prozentuale Ergebnisse allerdings haben normalerweise kaum etwas zu bedeuten, sagen sie doch nichts über das Gesamtvolumen der versendeten Emails aus. Im unwahrscheinlichen Fall eines Rückgangs normaler Emails bei gleichbleibender Zahl von Spam-Nachrichten könnte der prozentuale Anteil von Spam steigen, ohne dass auch nur eine Spam-Nachricht mehr verschickt wurde.

Nationale Alleingänge sind sinnlos

Trotz der unangenehmen Zahlen ist Scott Chasin die Vorzüge des Can-Spam-Actes: So seien Provider nun in der Lage, Spammer notfalls zu verklagen, wenn diese ihren Email-Terror nicht im Rahmen der Antispam-Gesetzgebung durchführten. Allerdings gelten derartige Klagen nur innerhalb des US-Territoriums, die meisten Spammer wissen das und verlagern ihre Tätigkeit daher in Gebiete, die auch von internationalen Antispam-Abkommen bisher verschont geblieben sind.

Die Europäer können aus den Ergebnissen der US-Antispam-Gesetzgebung nur lernen. Zwar gibt es inzwischen EU-interne Antispam-Abkommen, doch sind die Spam-Bekämpfer neben der Technik auch auf internationale Zusammenarbeit und einheitliche Gesetzgebung angewiesen. Das Optimum zur Spam-Bekämpfung wäre ein international gültiges Recht, ähnlich der Genfer Konvention, das notfalls auch von anderen Staaten eingeklagt werden kann.

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