Schlag gegen die Open-Source-Gemeinde
Sicherheit: Microsoft patentiert Antispam-Technologien
Die Open-Source-Community hat wirksame Spam-Filter herausgebracht. Das freie Mailprogramm Thunderbird ist das wohl bekannteste Beispiel, wie gut solche Filter funktionieren. Damit könnte bald Schluss sein, denn Microsoft hat sich offensichtlich die Spam-Filter-Technik an sich patentieren lassen.
Das jedenfalls ist die Ansicht der luxemburgische Softwarefirma All about it. Die glaubt, herausgefunden zu haben, dass Microsoft hinter dem nun veröffentlichten US-Patent 20040260776 steckt, das dem Patentinhaber die Rechte an jeder Form von Spam-Filter zusichert.
Patent auf Antispam-Technologien
So schützt die Patentschrift mit dem Titel " Advanced spam detection techniques" unter anderem ein Antispam-Systeme, die auf lernende Filter aufbauen - eine grundlegende Technologie, ohne die sinnvolle Spam-Filterung nahezu unmöglich ist.
Ebenfalls geschützt werden Systeme, die Spam anhand seiner Herkunft oder seines Inhalts identifizieren. Auch diese Filter-Systeme werden normalerweise als Voraussetzung für einen funktionierenden Spam-Filter gesehen. Insgesamt hat sich der Patentinhaber also jedes irgendwie mögliche System zur Spam-Filterung gesichert.
Microsoft steckt dahinter
Patentinhaber ist eine Firma namens Amin & Turocy mit Sitz in Cleveland, doch über die Erfinder-Namen in der Patentschrift kann auf den eigentlichen Urheber geschlossen werden: Einige der Namen tauchten bereits an anderer Stelle, nämlich in anderen umstrittenen Microsoft-Patenten auf, was nach Ansicht von All about it darauf hindeutet, dass Microsoft hinter der Patentierung steckt.
Dabei handelt es sich nicht einmal um eine neue Erfindung. Microsoft hat sich einfach kurzerhand die Rechte an einer frei verfügbaren Technologie gesichert. So handelt es sich bei den in der Patentschrift beschriebenen Verfahren nicht um eine Innovation, sondern um sämtliche bisher verfügbaren Antispam-Technologien.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Anti-Spam hier.
