Warum der Wechsel sich lohnt

Firefox: Der bessere Browser



29.12.2004 15:39 Uhr

Höhere Sicherheit vor Viren und Hackerangriffen ist meist der Grund für den Umstieg auf Firefox. Dabei ist der Browser auch benutzerfreundlicher, als so manch anderer und lässt sich durch die vielen Erweiterungen beliebig anpassen. Denn durch den freien Code, programmieren weltweit viele Profis die nützlichsten Zusätze.

Firefox: Der bessere Browser

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Der angepasste Browser
  2. 2Firefox: Für die meisten Hacker nicht interessant
  3. 3Netscapes Erben
  4. 4Neuer Programmkern
  5. 5Firefox ist "Mozilla-Light"

Als die Bildzeitung im November 2004 beide Browser auf ihrer Internetseite verglich, folgte im Internet ein Sturm der Entrüstung, weil der Internet Explorer bei dem Test gewann. Zahlreiche User zweifelten die Kompetenz des Onlinemagazins an: Die Kriterien für den Test seien mangelhaft, ist in zahlreichen Weblogs und Foren zu lesen. Das wird die Beliebtheit des Magazins nicht gerade gesteigert haben.

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So schreibt zum Beispiel Stephan Mosel in seinem Weblog über den Sieg des Internet Explorers: "Genau die richtige Info für Bild-Leser. So zwischen den Titten und Dschungel-Willi. Wenn ich Menschen sehe, wie sie gerade diese Zeitung lesen, weiss ich recht sicher, dass ich mit denen nichts zu tun haben möchte. Die Zeitung macht mich echt agressiv, falls ich das nicht schon mal erwähnt habe."

Der angepasste Browser

Genaueres Hinsehen hätte sich für die Redakteure gelohnt, denn tatsächlich scheint der Test einseitig. Einige Funktionen werden im Internet Explorer gelobt und beim Firefox gar nicht erwähnt. Beispielsweise die Suchfunktion, die beim Internet Explorer besonders leicht zu finden sei. Im Firefox ist sie eindeutig leichter zu bedienen: Statt sie über das Menü oder eine Tastenkombination aufrufen zu müssen, genügt es, einfach loszuschreiben.

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Allerdings muss man das vorher eingestellt haben. Zugegeben, das gilt auch für die meisten Feinheiten: Das Druckersymbol, das lobenswert im Internet Explorer erwähnt wird, steht auch im Firefox zu Verfügung - man muss es nur aktiviert haben.

Damit Firefox den IE abhängt, müssen Sie ihn also nur richtig anpassen. Das ist nämlich die wahre Stärke des Programms: Sie können Ihn so einstellen, dass er perfekt auf Sie zugeschnitten ist. Das gilt sowohl für die Symbole, als auch für das Programm selbst: Eine Vielzahl von Erweiterungen ergänzen den Browser mit Funktionen, die der IE nie haben wird. Zudem machen Spezialfunktionen, wie der Popup-Blocker und vor allem der eingebaute RSS-Reader, Firefox zu einem Programm, dass das Prädikat "professionell" zurecht tragen darf.

Die RSS-Feeds werden wie Lesezeichen angelegt und verwaltet und können direkt von der Symbolleiste aus aufgerufen werden. Die Firefox-Lesezeichen sind ohnehin mit den Favoriten des Internet Explorers kaum noch zu vergleichen. Funktionen und ganze Miniprogramme lassen sich mit ihnen Anlegen. Außerdem genügt die Eingabe von Schlüsselwörtern, um sie aufzurufen. Selbstverständlich gibt es eine Import-Funktion, die alle Favoriten vom Internet Explorer in den Firefox überträgt

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Firefox: Für die meisten Hacker nicht interessant

In Sachen Sicherheit kann der Internet Explorer dem Profi-Browser natürlich nicht das Wasser reichen. Das liegt allein schon an der hohen Verbreitung des Microsoft-Produkts und seiner Integration ins Windows. Doch der für Hacker- und Virenangriffe unattraktivere Firefox, bietet zusätzlich ein viel übersichtlicheres Konfigurationsmenü. Das ist leicht zu bedienen und verzichtet auf viele Optionen. Denn etwa auf die Skriptsprachen ActiveX und VisualBasicSkript wurde vollständig verzichtet.

Beim Surfen im Internet bemerkt man das kaum. Denn so oft werden sie von Internetseiten gar nicht gebraucht. Das wird wohl an den vielen Fehlern und Sicherheitslücken - vor allem von ActiveX - liegen. Auch ActiveX ist, wie der Internet Explorer selbst, in Windows integriert und schafft eine unnötige Nähe zu wichtigen Systemfunktionen des Computers. Hacker haben sie in der Vergangenheit gerne und oft ausgenutzt.

Netscapes Erben

Nachdem Microsoft seinen Internet Explorer in Windows98 integrierte, war Netscape aus dem Rennen. Den damals meist genutzten Browser wollten die meisten Anwender nicht mehr extra installieren. Schließlich konnte man ohne Aufwand sofort mit dem Explorer surfen. Noch im selben Jahr (im März 1998)entschloss sich Netscape, den Quellcode für seinen Browser frei zu geben.

Aus dem mussten allerdings noch viele Zeilen gelöscht werden, die das Unternehmen nicht selbst erdacht hatte. Mozilla war das Folgeprodukt, dass von den Programmieren dieser Welt weiterentwickelt werden konnte. Für die Veröffentlichung von Mozilla, wurde dem Browser ein völlig neuer Programmkern verpasst. Denn Netscape baute auf dem Code des Browsers Mosaic auf, der 1993 programmiert und seitdem immer nur erweitert wurde.

Neuer Programmkern

Über die Jahre wurde der Code immer Länger und verworrener, was sich letztlich auf Geschwindigkeit und Fehlerhäufigkeit auswirkte. Mozilla wurde hauptsächlich von den Programmieren des Mozilla-Projekts entwickelt, einem Team, in dem auch Mitarbeiter von Netscape arbeiteten. Ende 98 wurde Netscape allerdings an AOL verkauft.

Das Mozilla-Projekt wurde dadurch zurück geworfen, denn viele beteiligte Programmierer verließen enttäuscht das Team. Anschließend wurde die Mozilla Foundation gegründet und mit ihr 1999 der Browser schon wieder neu programmiert. Diesmal aber mit einem Team, das kaum noch etwas mit den Netscape-Entwicklern zu tun hatte. Im Jahr 2000 erschienen frühe Versionen, doch erst im Sommer 2002 kam die erste offizielle Mozilla-1.0-Version raus.

Firefox ist "Mozilla-Light"

Mozilla ist, genau wie damals Netscape, eine Softwaresammlung: E-Mail-Programm, HTML-Editor und Internetbrowser. Um parallel dazu einen schnelleren und schlankeren Browser zu entwickeln, wurde im Jahr 2003 Phoenix entwickelt: Der Browser aus der Mozilla-Suite wurde herausgenommen und leicht abgewandelt. Nach einigen Namens- und Programmänderungen entstand der heutige Firefox-Browser, der ohne Zusatzsoftware ausgestattet ist. Er dient ausschließlich dem Anzeigen von Internetseiten.

Mit Mozilla und Firefox stehen heute zwei leistungsstarke Browser dem Internet Explorer gegenüber, die ihm in Zukunft noch Konkurrenz machen können. Denn die Firefox-Gemeinde zahlt jedem Programmierer, der einen Fehler oder eine Sicherheitslücke ausmacht, 500 Dollar. Das ist nur durch die zahlreichen Spenden möglich. Sollten sich Viren und Hackerangriffe weiterhin mehren, stehen dem Internet Explorer schwere Zeiten bevor, auch wenn Microsoft das bestreitet.



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