Der deutsche DSL-Quasi-Standard und seine Tücken
U-R2: Probleme beim DSL-Anschlusswechsel
DSL-Hardware und Technik
broadnet und QSC haben kaum Alternativen zum Geräte-Verleih: Beide Netze basieren auf SDSL-Technik, weshalb die Mehrzahl der frei käuflichen Modems einfach nicht kompatibel sind. Die Frage nach U-R2 als Standard für ADSL mit Annex B-Spezifikation erübrigt sich hier völlig.
M''net und NetCologne haben ihre ADSL-Netzwerke aufgebaut, bevor die Telekom die U-R2 definiert hat. Da beide Netzbetreiber unter die Kategorie Regio- oder City-Carrier fallen, ist deren Kundenkreis nicht groß genug, um das Verleih-Geschäft ungleich schwierig zu gestalten, wie es seinerzeit bei der Telekom war. Deshalb sehen sie wohl auch noch keinen Grund, auf U-R2 umzustellen.
Monopolisten garantieren Inkompatiblität
Die Telekom hat genau wie jeder andere DSL-Anbieter das Recht, eine verbindliche Richtlinie zu definieren. Doch der Umgang damit entspricht nicht gerade der feinen englischen Art, sondern eher den Methoden des amerikanischen Software-Riesen Microsoft. Ebenso wie die Telekom den U-R2-Standard verwaltet, stellt Microsoft den Geräteherstellern die Spezifikationen der einzelnen Schnittstellen zum Betriebssystem zur Verfügung.
Dabei geht Microsoft wie folgt vor: Entsprechen die Produkte eines Herstellers den gestellten Anforderungen, erhalten sie das Siegel "Microsoft Certified". Für den Kunden ist das jedoch keine Garantie, dass das Gerät auch mit seinem PC zusammenarbeitet, denn trotz gleicher Schnittstelle können sich andere Komponenten negativ auf die Kooperation beider Teile auswirken. Mögliche Inkompatiblität garantiert.
Proprietäre Technik
Obwohl sich die U-R2 zu einem Quasi-Standard innerhalb Deutschlands gemausert hat, handelt es sich doch um eine hauseigene Entwicklung der Telekom. Es hilft also nichts, wenn der frustrierte DSL-Wechsler seinem neuen Netzbetreiber den Einsatz von proprietärer Technik vorwirft - die Telekom tut das genauso. Nur sitzt die noch am längeren Hebel, weshalb sich der Großteil des Hardware-Marktes an rosa Vorgaben orientiert.
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