Der deutsche DSL-Quasi-Standard und seine Tücken
U-R2: Probleme beim DSL-Anschlusswechsel
DSL-Hardware und Technik
U-R2 auf dem Vormarsch
Die Inkompatiblitäten, die in der DSL-Aufbauphase niemanden gestört hatten, entwickelten sich zunehmend zum Problem. Nicht zuletzt deshalb, weil Siemens bei bestimmten Gerätecodierungen Lieferschwierigkeiten hatten. Endlich war die Nachfrage nach Highspeed-Internet da, jetzt wollte die Telekom niemanden mit langer Wartezeit abschrecken. Außerdem war der Modem-Verleihbetrieb nicht gerade ertragreich.
Anfang 2001 definierte die Telekom den netzeigenen Standard U-R2, zusammengefasst in der Technischen Richtlinie 112 (1TR112). Dieser baut größtenteils auf die ITU-Empfehlung G.992.1 auf. Die auf Anfrage erhältlichen Spezifikationen ermöglichten es den Geräteherstellern, an allen T-DSL-Anschlüssen funktionierende DSL-Modems zu produzieren und selbstständig zu vertreiben. Das Interesse der Hersteller war groß - schließlich eröffnete sich ein ganz neues Marktsegment.
U-R2: Standort-, system-, und herstellerunabhängig
Neben der reinen Übertragung zwischen DSL-Modem und DSLAM (Vermittlungsstelle) schreibt U-R2 die genaue Aufteilung der IP-Pakete in ATM-Zellen vor. Es regelt die genutzten Protokolle (PPP) sowie deren Übermittlung (PPPoE), und stellt Bedingungen für den Anschluss-Stecker auf (RJ45). Eine genaue Beschreibung der U-R2-Regelungen zeigt das Elektronik-Kompendium auf.
Weiterhin macht U-R2 Aussagen über technische Anforderungen, besonders was Reichweite und Übertragungsraten betrifft: Ein U-R2-konformes Modem muss 640 kbit/s Upstream und 6144 kbit/s Downstream auf eine Entfernung von mindestens 1600 Metern sicherstellen. Diese Anforderungen haben sich in den letzten zwei Jahren auch verändert: Seit März 2004 liegt die U-R2 in der Version 5.2 vor.
Bedingt wertvolle Geschenke
Zum 1. Januar 2002 schaltete die Telekom alle Vermittlungsstellen auf U-R2-Betrieb um. Gleichzeitig bekamen Bestandskunden die alten Geräte geschenkt, die trotz der Umstellung weiterhin an ihren angestammten Standorten funktionieren. Die frisch gebackenen DSL-Kunden hatten mehr Freude an dem Geschenk als die alten Hasen, denn im zweiten Halbjahr 2001 produzierten die Telekom-Hersteller bereits U-R2-fähige Modems.
| Modell | Hersteller | Materialnummer | Bild |
| NT 4500U | Siemens | 40 193 045-100 | |
| NT 4600U | Siemens | 40 191 097-100 | |
| ANeT930 | ECI | 40 189 184-091 | |
| ANeT4U | ECI | 40 192 894-091 |
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