Akkus sollen sauberer werden
Mäuse, Tastaturen, Zubehör: Hochgiftiges Cadmium in Batterien künftig verboten
Bei ihrem Zusammentreffen in Brüssel einigten sich die EU-Umweltminister darauf, das Schwermetall Cadmium in tragbaren Batterien und Akkus künftig zu verbieten. Bundesumweltminister Jürgen Trittin äußerte sich über den Beschluss erfreut: "Dies ist ein wichtiger Fortschritt für den Umweltschutz, weil in einem weiteren Wirtschaftsbereich die Produktverantwortung gilt."
Bereits im Jahre 2002 machte eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes auf die hohe Belastung aufgrund wiederaufladbarer Nickel-Cadmium-Akkus aufmerksam und sprach sich für ein Verbot aus. Allein in Deutschland gelangten demnach etwa 400 Tonnen unkontrolliert in die Umwelt.
Gesundheitsrisiken seit längerem bekannt
Obwohl cadmiumhaltige Batterien seit 1998 nicht mehr über den Hausmüll entsorgt werden dürfen, wurde lediglich knapp ein Drittel über die offiziellen Entsorgungswege wie die der GRS (Stiftung gemeinsames Rücknahmesystem Batterien) wieder eingesammelt. Cadmium wird aufgrund eingehender Untersuchungen in die Kategorie der krebserregenden Stoffe eingestuft.
Beim Einatmen von cadmiumhaltigen Staub kann es zu Schäden an Lunge, Leber und Nieren kommen. Zudem wird das Schwermetall, einmal in der Umwelt freigesetzt, nicht mehr abgebaut und stellt somit eine dauerhafte Belastung dar. Zwei Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie soll das Verbot wirksam werden.
Leider sind schnurlose Elektrowerkzeuge, so genannte "Power Tools", vorlaufig von dieser Regelung ausgenommen - eine erneute Prüfung solle erst zwei weitere Jahre später stattfinden. Weitere Maßnahmen der EU zugunsten von Umwelt und Gesundheit treten 2005 und 2006 in Kraft. Für Hersteller von Elektrogeräten gelten dann strengere Auflagen hinsichtlich der Entsorgung und Produktion.
Links zum Thema
- Umweltbundesamt
- Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
- Angstfaktor PC: Giftiger Staub stimmt nachdenklich
