Die Gürtellinie als Horizont

Kurztest: Leisure Suit Larry: Magna Cum Laude

Wenn Feministinnen die Fäuste ballen und Männer spielerisch zum Macho mutieren, kann das nur eines bedeuten: Loser "Larry" ist zurück!

Weil der Ur-"Larry" schon zu Atari-Zeiten sein Unwesen trieb und mittlerweile auf Viagra angewiesen wäre, lässt Vivendi Universal seinen gleichnamigen Neffen auf die Weiblichkeit los. Der Student der Wilhelm-Ständer-Universität hat sich in den großem Kopf gesetzt, für die Show "Swingles" - einer Art Hardcore-Herzblatt - zu kandidieren. Einziger Haken: Bei der Show mitmachen darf nur, wer erfolgreich auf Schürzenjagd geht.

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Damit das gelingt, muss "Larry" regelmäßig sein Selbstvertrauen stärken, indem er pixelige Phalli via Ping-Pong-Spiel zum Wachsen bringt. Auch die Hopserei auf einem Trampolin, bei der es der Reihe nach bestimmte Tasten zu drücken gilt, verhelfen "Larry" zu einer breiten Brust. Danach ist er reif für die Begegnung mit großen Brüsten, die nach sieben Teilen in knapp 20 Jahren erstmalig dreidimensional wippen.

Technisch okay, politisch unkorrekt

In Sachen Technik und Handhabung erinnert das Spiel an ein Konsolen-Abenteuer. Gesteuert wird per Game-Controller oder mittels Maus und Tastatur. Dabei ist vor allem Reaktionsvermögen gefragt. Bis die erste Kommilitonin auf dem Rücken liegt, hat der Sexprotz zahlreiche und sich schnell wiederholende Minigames absolviert. Die damit verbundenen Ladevorgänge werden durch die Einblendung von (anfangs) leicht bis (später) kaum bekleideten Damen versüßt.

In der Welt von "Larry Lovage" wird gesoffen, gebaggert, gepöbelt, gepoppt. Die Entscheidung, "Oliver Pocher" als Synchronsprecher zu engagieren, erscheint in diesem Zusammenhang fast schon als notwendiger Schritt. Der Berufsrüpel macht seine Sache gut, auch wenn nicht jeder Spruch ins Schwarze trifft.