Microsoft kauf Antispy-Unternehmen
Verdrehte Welt: Anti-Spyware-Tool von Microsoft (Update)
Christian Rentrop
Wenn Microsoft neue Software braucht, dann wird nur selten selbst entwickelt. Stattdessen greift der Redmonder Software-Gigant lieber auf bereits bestehende Entwicklungen zurück, wahlweise per Einkauf oder Patentverletzung. So ist die Oberfläche von Windows von Apple kopiert, der Internet-Explorer ein Plagiat des Netscape Navigators.
Es ist eine fast eiserne Regel, dass Unternehmen mit Patenten und Ideen, die Microsoft gerne hätte, schonmal ihr Testament machen können. Glücklich, wer rechtzeitig das Angebot von Microsoft beim Schopf packt und sich zur Ruhe setzt. Sonst wird geklaut und prozessiert, denn Microsoft weiß, dass sich gerade kleinere Unternehmen mit dieser Taktik in den Ruin treiben lassen. Prominentestes Beispiel: Netscape.
Achtung, Sie stehen auf der Einkaufsliste!
Kürzlich traf es dann das Anti-Spyware-Unternehmen Giant Company Software. Microsoft brauchte Anti-Spyware-Technologie und was lag da näher, als bereits vorhandenes Know-How zu benutzen? Schon befand sich Giant Company im Würgegriff des Software-Herstellers, ganz nach dem Motto: Wenn Ihr uns nicht gebt, was wir brauchen, dann holen wir es uns!
Die Anti-Spyware-Hersteller waren schlau genug, das Angebot des Redmonder Konzerns anzunehmen und so verlautbarte Microsoft nun, dass Giant Company Software ab sofort zur Microsoft-Gruppe gehört. Inklusive seiner Anti-Spyware-Technologie, versteht sich, die Windows-Nutzern in Zukunft als Schutz zur Verfügung gestellt werden soll.
Antispy in Windows
Und das sogar schon binnen eines Monats. Zielsysteme sind Windows 2000, XP und natürlich allen nachfolgenden Versionen des Betriebssystems. Die Software ist in der Lage, Spyware und andere Schnüffel-Software aufzuspüren und vom Rechner zu entfernen - natürlich erst, nachdem der User grünes Licht gegeben hat. Ein kluger Schachzug, ist Microsoft damit doch in der Lage, diversen Anti-Spyware-Hersteller das Wasser abzugraben.
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