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16.12.2004
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Die dritte Begegnung mit der unheimlichen Art

Test: Doom 3

Michael Dees

Alten Bekannten wie dem Feuerball schleudernden Imp oder dem Hellknight begegnen Doom-Veteranen mit einem echten Klassiker: der BFG 9K! Natürlich ist neben Schrotflinte und Plasmawumme auch die Kettensäge wieder ein Thema; speziell dann, wenn Munition einmal knapp zu werden droht. Wer etwaigen Zuschauern imponieren möchte, darf die Brut auch mit bloßen Fäusten angehen. Zu empfehlen ist diese Angriffsmethode aber nur an einer bestimmten Stelle des Spiels: Nachdem sich der Held einen speziellen Power-Up einverleibt hat, verdrischt er einer Horde Zombies in bester Bierzeltmanier.

Terror im Tetra Pak

Das Team um John Carmack gilt seit Jahren als Schrittmacher auf dem Gebiet der für Softwarespiele relevanten 3D-Technologie. Zu Recht: Mit "Doom 3" geht die Messlatte in puncto Lichtreflexion, Plastizität und Animation erwartungsgemäß nach oben - und mit ihr die Anforderung an die Hardware. Zwar läuft das Spiel bereits auf einem "typischen" Zocker-PC der GeForce 4-Generation; richtig zur Geltung kommt der organische Look der Ungeheuer und das bestechende Spiel von Licht und Schatten aber erst auf einem System der jüngsten Generation.

Dennoch: Dramatisch viel gibt es in den dunklen Gängen und Labortrakts nicht zu sehen. Die Monsterhatz spielt sich zu einem hohen Prozentsatz in Lichtverhältnissen ab, die an das Innere eines Tetra Paks erinnern. Oft ist es so duster, dass man aus Sorge ums virtuelle Schienbein zur Taschenlampe greift. Hüpft dann ein Monsterlein herbei, muss erst die entsprechende Waffe gezückt werden. Der gleichzeitige Einsatz von Funzel und Knarre ist ein Ding der Unmöglichkeit. Auch wenn die Nackenhaare dank einer schaurigen Soundkulisse selbst bei geschlossenen Augen stramm stehen: die Texaner haben die Jalousien ein bisschen zu weit heruntergelassen.

Geisterbahnfahrt für Hartgesottene

Hinsichtlich der Berichterstattung schwappte "Doom 3" über den Tellerrand der Fachpresse hinaus. So meinte die Süddeutsche Zeitung eine "Verdoomung der Republik" erkannt zu haben, während Spiegel Online "Das große Metzeln" verkündete. Auch anhand des breiten Medienechos zeigt sich der Stellenwert des mit 15-20 Stunden Solospielzeit üppig bemessenen Shooters, der technisch herausragt und atmosphärisch besticht. "Doom 3" steht für schlichte, aber wirkungsvolle Action. In seiner Machart fast schon unterkühlt routiniert, gleicht das Spiel einer Geisterbahnfahrt mit hohem Blut- und Bleigehalt.

Doom 3

  • Doom 3
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Wenn nach einiger Zeit wiederholt faulige Körperteile durch Türen gebrochen sind - oder ganze Monster durch Wände -, ist man auf die programmierten Schockeffekte jedoch gefasst. Immerhin schafft der Kampf gegen hartnäckige Zwischen- und Endgegner sowie der mit neuen Impressionen verbundene Abstieg in die Hölle einen Ausgleich zu den ewig grauen Korridoren.

Der Spaß ist einmalig

Im Mehrspielermodus teilen sich maximal vier Teilnehmer eine von nur fünf Karten. Daran etwas zu ändern, wird Aufgabe der großen Community sein. Das ist nötig, denn auf Grund er hohen Scriptdichte ist der Wiederspielwert von "Doom 3" so gering wie der Spaß beim ersten Mal groß.

Steckbrief
Sound 10 von 10 % 88 %
Grafik 15 von 15%
Spielspaß 15 von 15%
Multiplayer 6 von 10%
Bedienung 9 von 10%
Preis/Leistung 15 von 15%
Hardwareanforderung 10 von 15%
Langzeitspielspaß 8 von 10%


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