Schufa: Zentraldatei für Zahlungsmuffel
3 Jahre Stigma
Gerade Menschen mit finanziellen Engpässen, die nach einem Kaufrausch plötzlich feststellen müssen, dass sie die ganze schöne neue Technikwelt überhaupt nicht bezahlen können, können sich so Schufa-technisch in den Ruin reiten. Und im Gegensatz zu reichen Zeitgenossen sind sie auch kaum in der Lage, gegen das Ranking der Schufa gerichtlich vorzugehen oder eben einfach bar zu zahlen. Doch die Schufa-Auskunft alleine ist nicht schuld an der fehlenden Kreditwürdigkeit: Auch Eigenangaben wie Einkommen, Arbeitsverhältnis, Alter und sonstiges Vermögen, die nicht von der Schufa erhoben werden, tragen dazu bei.
Die Schufa ist also für zahlungswillige Verbraucher durchaus eine angenehme Einrichtung. Unangenehm wird sie erst, wenn man sich etwas hat zu schulden kommen lassen. Dann verweigern die rund 4500 Vertragspartner der Schufa den Kredit, selbst dann, wenn das ursprüngliche Problem schon längst aus der Welt geschafft und der Verbraucher wieder zahlungsfähig und -willig ist. Einmal in diesen Teufelskreis eingetreten, fällt es schwer, ihn wieder zu verlassen.
Wer wissen möchte, welche Daten über ihn bei der Schufa gespeichert sind, kann sich kostenlos bei der für ihn zuständigen Schufa-Geschäftsstelle über seine Eintragungen informieren lassen. Alternativ ist auch eine schriftliche Eigenauskunft angefordert werden, die allerdings 7,60 Euro kostet.
Eigenauskunft möglich, Entzug nicht
In der Eigenauskunft finden sich die Angaben zu der eigenen Person. Zusätzlich lässt sich auch für rund 3 Euro das persönliche Scoring ermitteln. Dem Zugriff der Schufa kann man sich im Grunde nur durch konsequente Vertrags- und Kredit-Vermeidung entziehen. Da solch eine Vorgehensweise aber heutzutage kaum ohne finanzielle Restriktionen möglich ist, bleibt diese Option für kaum jemanden offen.
Übrigens: Einträge über nicht geleistete Zahlungen oder Verträge werden von der Schufa 36 Monate nach der erfolgreichen Abwicklung gelöscht, also drei Jahre nach Erfüllung des Vertrages.
