Kreditwürdig oder nicht, das entscheidet die Schufa
Schufa: Zentraldatei für Zahlungsmuffel
Handyrechnung nicht bezahlt? Kredit platzen lassen? Die Raten für den neuen Rechner oder das neue Auto ausfallen lassen? In solchen Fällen winkt ein negativer Eintrag bei der Schufa, der einem das Leben zur Hölle machen kann. Doch was ist die Schufa eigentlich?
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Interview: Die Schufa ist für den Bürger da
Datenklauberei oder Service am Kunden? In Teil zwei unserer Schufa-Reihe haben wir und mit Stefan Horst, dem Pressesprecher der Schufa Holding AG gesprochen. Er erklärt die Arbeitsweise der Schufa und wie sich der Verbraucher vor Problemen schützen kann.
Inhaltsverzeichnis
- 1Schutz vor Kreditnepp
- 2Datensammlung wider Willen
- 3Vorteile auch für Verbraucher
- 4Unangenehme Nebenwirkungen
- 5Schufa-Alternativen
- 63 Jahre Stigma
- 7Eigenauskunft möglich, Entzug nicht
Schutz vor Kreditnepp
Schufa ist die Abkürzung für Schutzorganisation für allgemeine Kreditsicherung Holding A.G., eine privatwirtschaftliche Organisation, die von kreditgebenden Unternehmen getragen wird. Ihr Zweck ist der Schutz der ihrer Vertragspartner vor Kreditausfällen. Deshalb werden in einer zentralen Auskunftsdatei die Daten von jedem gespeichert, der schon einmal einen Vertrag mit einem Partnerunternehmen abgeschlossen hat. Auch aus öffentlichen Quellen, zum Beispiel Schuldner-Verzeichnisse der Amtgerichte, bedient sich die Schufa.
So ist die Schufa im Besitz von über 340 Millionen Datensätzen von rund 62 Millionen natürlichen Personen, also in etwa der gesamten erwachsenen deutschen Bevölkerung. Dort landet jeder Verbraucher, sobald er einen Kreditvertrag abschließt, also beispielsweise schon, wenn er ein Vertragshandy kauft. Die Schufa unterstützt kreditgebende unternehmen dabei, herauszufinden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls ist. So sorgen irgendwelche nicht geleisteten Zahlungsmodalitäten für negative, problemlos abgewickelte Verträge für positive Einträge.
Datensammlung wider Willen
Daraus ergibt sich eine gigantische Datensammlung, die datenschutzrechtlich zumindest bedenklich ist. So mahnte zum Beispiel das Unabhängige Zentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein bereits im Mai 2003 an, dass die umfangreiche Datensammlungs-Aktivität der Schufa den gläsernen Bürger schon bald Realität werden lassen könne.
Hauptsächlich wird die Schufa von Kredit- und Inkassounternehmen getragen, aber auch Mobilfunk-Anbieter, Wohnungsgesellschaften oder Ebay nutzen die zentrale Kartei, um sich ein Bild über ihre Kunden zu machen - vor Vertragsvergabe. Das ist soweit sinnvoll, beschützt es solche Unternehmen doch vor Zahlungsmuffeln, die gerne mal Verträge platzen lassen.

Datendiebstahl, sei es durch Hackerangriffe oder einen verlorenen Geldbeutel, kommt immer wieder vor. Damit Nutzer diesen schneller bemerken, bietet die Schufa einen Update Service an, der sie über Anfragen oder Änderungen der hinterlegten Schufa-Daten informiert.
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