Sie sind hier:
 

Einkaufsberater: Grafikkarten
Die beste Grafikkarte für jeden Geldbeutel

von Felix Grundel Uhr veröffentlicht

Diesen Artikel weiterempfehlen
SHARES

Beim Computer wird oft nach ein bis zwei Jahren noch einmal aufgerüstet, um das letzte Quentchen an Geschwindigkeit aus dem alten Rechner zu pressen. Am sinnvollsten ist hier meist ein Update der Grafikkarte, da dies vor allem bei Spielen einen spürbaren Leistungsschub mit sich bringt.

Computer und Spiele gehören für viele Menschen zusammen wie Butter und Brot. Ein PC eignet sich allerdings nur dann zum Zocken, wenn er einigermaßen auf dem aktuellen Stand der Technik ist und eine schnelle Grafikkarte besitzt. Hier sparen oft viele Komplettanbieter, womit das Aufrüsten mit neuen Hardwarekomponenten vorprogrammiert ist.

Spiele werden immer hungriger nach Leistung. Bestes Beispiel dafür ist seit geraumer Zeit der Titel "Crysis Warhead", welcher auch auf aktuellen, übertakteten High-End Rechnern nicht mit einer Auflösung von 2.560 x 1.600 Pixel (vierfach Anti-Aliasing und 16-fache anisotropische Filterung) flüssig spielbar ist. Die Auflösung wird dank niedriger Monitorpreise immer höher und so haben schon die überwiegende Anzahl der Nutzer einen 22-Zoll-Bildschirm mit einer Auflösung von 1.680 x 1.050 Pixeln zu Hause stehen. Netzwelt bringt Licht ins dreidimensionale Dunkel von ATI und Nvidia.

DirectX 11, die Gaming-Schnittstelle

DirectX 11 ist eine Sammlung von speziellen Programmierschnittstellen (APIs). Diese ermöglichen den schnellen Zugriff von multimediaintensiven Anwendungen auf entsprechende Hardwarekomponenten. Eigentlich handelt es sich um ein Update der Direct3D-Komponente, welche vorzugsweise zum Rendern von 3D-Animationen verwendet wird. Für die Nutzung ist mindestens das Service Pack 2 von Windows Vista und die passende Grafikkarte nötig. Derzeit unterstützt ausschließlich AMDs 5000 Serie DirectX 11. Der Preis für eine entsprechende Grafikkarte liegt zwischen 30 und 550 Euro.

Zu den neuen Funktionen von DirectX 11 gehört unter anderem die Tessellation. Diese unterteilt das 3D-Modell in feine Dreiecksgitter. Dadurch verfeinert sich das Grundgerüst eines Objekts automatisch und Spielszenarien werden noch detaillierter. In der Theorie soll ein etwa einhundert Mal höheres Detaillevel erreicht werden als bei normalen Direct3D-10.1-Spielen. Die Belastung übernimmt dabei auschliesslich der Prozessor der Grafikkarte, das restliche System bleibt unberührt. Je nach Spiel steigert sich die Leistung des Gesamtsystems um bis zu 30 Prozent gegenüber DirectX 10.

Mehrere Grafikkarten in einem PC

SLI (Scalable Link Interface) bei Nvidia- und Crossfire bei ATI-Grafikkarten. So verlockend es sich auch anhört, die Leistungssteigerung von zwei Grafikkarten im Verbund beträgt im besten Fall um die 90 Prozent, aber niemals die doppelte Leistung, wie oftmals vermutet wird. In diesem Fall ist eins plus eins nicht zwei, sondern etwa 1,6 bis 1,8. Ein Grafikkartenverbund bringt aber auch noch andere Probleme mit sich.

Nvidia Geforce GTX 285 im SLI-Verbund.

Vor dem Zusammenschluss von zwei Grafikkarten sollte der Anwender genau abwägen, was vom Produkt erwartet wird. Generell lässt sich auf Seiten der GT 200-Serie von Nvidia sagen, dass weniger Mikorruckler auftreten und die Treiber dank Beta Updates häufiger aktualisiert werden. Die HD 5000er-Serie von AMD bietet die bestmögliche Vollbildkantenglättung und eine bessere Bildqualität in Spielen.

Allein um die Voraussetzungen für zwei oder mehr Pixelbeschleuniger zu schaffen muss vorab Einiges investiert werden. Ein gutes Mainboard mit zweimal 16 Lanes (PCIe 1.1) beziehungsweise zweimal acht Lanes (PCIe 2.0) ist Pflicht, um keine Geschwindigkeitseinbußen zu haben. Da zwei Grafikkarten mehr Strom verbrauchen, muss zudem in ein stärkeres Netzteil investiert werden. Ein solcher Verbund ist auch stark abhängig vom Treiber, da jedes Spiel neu angepasst werden muss. Dadurch kann es mitunter erst nach der Veröffentlichung des Spiels dazu kommen, dass auch angepasste Treiber verfügbar sind.

Ein weiterer Nachteil ist die höhere Wärmeabgabe und die Lautstärke eines solchen Systems. Das Nachrüsten einer zweiten Grafikkarte lohnt meist nicht, da eine High-End Grafikkarte der nächsten Generation oft schneller ist als ein Grafikkartenverbund der alten Generation.

Empfehlungen bis 50 Euro

Für wenig Geld darf nicht allzu viel erwartet werden. Qualitätsverbessernde Einstellungen sind bei aktuellen Spielen nicht mehr möglich und auch die Auflösung sollte nicht zu hoch sein - empfehlenswert ist 1.024 x 768 Pixeln. Mit mittleren Details lassen sich die meisten älteren Spiele dennoch ruckelfrei spielen.

Die günstigste gute Grafikkarte ist die ATI HD 5450 mit 512 Megabyte Grafikspeicher und DirectX 11 Unterstützung für rund 35 Euro. Nvidia bietet in diesem Segment die GT 220 mit ebenfalls 512 Megabyte DDR2 RAM für einen Preis von und 40 Euro an.

Praktischerweise bieten einzelne Hersteller Grafikkarten aus diesem Segment mit kleinen Lüftern oder sogar passiv gekühlt an. Durch den Passivkühler eignen sich die Grafikkarten auch für den Einsatz in leisen Rechnern, die für Multimedia-Wiedergabe im Wohnzimmer genutzt werden, bei denen aufdrehende Lüfter den Film-Genuss trüben würden.

Einsteigerklasse
 ATI Radeon HD 5450Nvidia GeForce GT 220
Grafikprozessor (GPU)
ChipCedar (RV810)GT216
Fertigung in nm4040
Shadertakt in MHz6501.360
GPU-Takt in MHz650625
Grafikspeicher
Kapazität in MByte5121.024
TypGDDR3GDDR3
Anbindung in Bit64128
GDDR-Takt in MHz8001.000
Sonstiges
DirectX1110.1
Shader Modell54.1
Leistungsaufnahme Leerlauf / 3D [Watt]6 / 2010 / 30

Empfehlungen für 60 bis 70 Euro

Vor allem für kleine Auflösungen unter 1.280 x 1.024 Pixeln ist die untere Mittelklasse einen Blick Wert. Nvidia bietet hier das Modell GT 240, welches für rund 60 Euro zu bekommen ist. Die Konkurrenz von ATI hingegen schickt eine Karte der 5000er Serie in das Rennen. Für 65 Euro bekommt man die ATI HD 5670, deren Geschwindigkeit in dieser Klasse in Ordnung geht.

Die ATI Radeon HD 5670.
Untere Mittelklasse
 ATI Radeon HD 5670Nvidia GeForce GT 240
Grafikprozessor (GPU)
ChipRedwood (RV830)GT215
Fertigung in nm4040
Shadertakt in MHz7751.340
GPU-Takt in MHz775550
Grafikspeicher
Kapazität in MByte5121.024
TypGDDR5GDDR5
Anbindung in Bit128128
GDDR-Takt in MHz2.0001.700
Sonstiges
DirectX1110.1
Shader Model54.1
Leistungsaufnahme Leerlauf / 3D [Watt]15/ 6410 / 50

Empfehlungen für 100 bis 150 Euro

Für 120 Euro ist derzeit die ATI HD 5770 im Handel zu erwerben. Die nur auf nüchternen Datenblättern schnellere Nvidia GTX 260 kostet 150 Euro. Da der Geschwindigkeitsunterschied in den meisten Spielen maximal messbar ist und keine spürbaren Vorteile bringt, ist selbst dieser geringe Aufpreis schon zu viel. Die Geforce GTX 260 hat eine Leistungsaufnahme von 130 Watt im 3D-Betrieb während die HD 5770 bei 108 Watt liegt.

Obere Mittelklasse
 ATI Radeon HD 5770Nvidia GeForce GTX 260
Grafikprozessor (GPU)
ChipJuniper (RV840)GT200b
Fertigung in nm4055
Shadertakt in MHz8501.242
GPU-Takt in MHz850576
Grafikspeicher
Kapazität in MByte1.024896
TypGDDR5GDDR3
Anbindung in Bit128448
GDDR-Takt in MHz2.400999
Sonstiges
DirectX1110.0
Shader Model5.04.1
Leistungsaufnahme Leerlauf / 3D [Watt]18/ 10830/ 130

High-End: Jeder Punkt und jedes Frame zählt

Eine Investition von 300 bis 400 Euro lohnt sich für Sie nur, wenn Sie die neuesten Bildeffekte und 3D-Animationen von DirectX 11 nutzen wollen. High-End Grafikkarten benötigt man ab einer Displayauflösung von 1.680 x 1.050 Bildpunkten, um ruckelfrei mit der höchsten Bildqualität zu spielen.

Tipp im High-End Bereich: Die ATI Radeon HD 5870.

Wer derzeit nicht auf DirectX 11 verzichten will, ist mit der ATI Radeon HD 5870 gut beraten. Diese Grafikkarte kostet rund 360 Euro und verfügt über einen HDMI- und zwei DVI-Ausgänge. Weiterhin ermöglicht die Karte via ATI Eyefinity die Unterstützung von mehreren Monitoren mittels 3D-Beschleuniger.

High-End
 ATI Radeon HD 5870
Grafikprozessor (GPU)
ChipCypress (RV870)
Fertigung in nm40
Shadertakt in MHz850
GPU-Takt in MHz850
Grafikspeicher
Kapazität in MByte1.024
TypGDDR5
Anbindung in Bit256
GDDR-Takt in MHz2.400
Sonstiges
DirectX11
Shader Model5.0
Leistungsaufnahme Leerlauf / 3D [Watt]30/ 188

Bei Monitoren ab einer Größe von 30 Zoll gehen selbst High-End-Modelle in die Knie. Bei Auflösungen von 2.560 x 1.600 Bildpunkten empfiehlt sich die Investition in ein Modell mit zwei Grafikchips, wie die Geforce GTX 295 oder die ATI HD 5970. Die rund 450 Euro teure Geforce-Karte verfügt über zwei Grafikprozessoren mit einer Taktfrequenz von je 576 Megahertz und einem Arbeitsspeicher von je 896 Megabyte. Die zwei Rechenkerne der rund 615 Euro teuren HD 5970 bieten jeweils sogar zwei Gigabyte und 725 Megahertz.

450 Euro: Die Nvidia Geforce GTX 295.

Neben dem hohen Preis haben diese High-End-Modelle allgemein den Nachteil der hohen Hitzeentwicklung im PC-Innenraum. Die aufgenommene Leistung wird von den Grafikchips in Wärme umgesetzt und über die entsprechende Kühlung wieder abgegeben. Bei Leistungsaufnahmen ab 180 Watt empfiehlt sich deshalb der Einbau eines Gehäuselüfters im Inneren des PC. Diese Kühler sind bereits ab zehn Euro erhältlich. Vor dem Kauf sollte sichergestellt sein, dass der Lüfter leise arbeitet.

Allgemein gilt, dass die übrigen Systemvoraussetzungen gegeben sein müssen. Eine schnelle Karte wird von einer verhältnismäßig langsamen CPU ausgebremst und kann ihre Krauft nicht voll entfalten. Zwei Gigabyte schneller Arbeitsspeicher und eine Quadcore-CPU, beziehungsweise eine Dual-Core-CPU über 2,8 Gigahertz Taktungm, müssen es schon sein. Bedacht werden muss auch ein qualitativ hochwertiges Netzteil, welches ab mindestens 500 Watt ausreichend Leistung für eine High-End-Karte liefert.

Fazit

Kurz bis mittelfristig stellt AMD dank DirectX 11-Unterstützung die zukunftssicheren Grafikkarten her. Anspruchsvolle PC-Spieler liegen daher mit der HD 5870 auf der sicheren Seite. Es wird sich zeigen, wie Nvidia diesen Rückstand wieder aufholen will. Die für Ende März angekündigte Fermi-Architektur lässt jedenfalls darauf hoffen. Eine Karte mit zwei Grafikchips brauchen Sie nur, wenn top aktuelle Titel wie "Call of Duty: Modern Warfare 2" oder auch "Battlefield: Bad Company 2" auf einem 30 Zoll Monitor flüssig dargestellt werden sollen.

Kommentare zu diesem Artikel

Beim Computer wird oft nach ein bis zwei Jahren noch einmal aufgerüstet, um das letzte Quentchen an Geschwindigkeit aus dem alten Rechner zu pressen. Am sinnvollsten ist hier meist ein Update der Grafikkarte, da dies vor allem bei Spielen einen spürbaren Leistungsschub mit sich bringt.

Deine Meinung ist gefragt. Diskutiere im Forum zu diesem Artikel.

Jetzt diskutieren!
  • beevizz schrieb Uhr
    AW: News - Einkaufsberater Grafikkarten (Update)

    (die Tabelle hat schon gestimmt) Sonst wäre es mir wahrscheinlich auch nicht aufgefallen ;)
  • burnout150 schrieb Uhr
    AW: News - Einkaufsberater Grafikkarten (Update)

    Der Verschreiber wurde gefixt. (die Tabelle hat schon gestimmt) Danke
  • beevizz schrieb Uhr
    AW: News - Einkaufsberater Grafikkarten (Update)

    Ich denke, die High-End-Karte ist die GTX280 und nicht die 260er...
  • Acidjunk schrieb Uhr
    Re: AW: News - Einkaufsberater...

    Das erwarte ich auch nicht, möchte ja nur die neusten games wie, splinter cell 4 zocken, was mit der alten karte nicht gelaufen ist.
  • Bentleman schrieb Uhr
    AW: News - Einkaufsberater Grafikkarten (Update)

    nach langen überlegen habe ich mir jetzt die ati x1650 pro iceq von his bestellt, und hoffe mal, dass diese karte besser ist als meine x800gt. weiß jemand, ob dies eine gute idee war, diese karte zu bestellen? ich war der meinung die karte ist ok.Bei der Aufstellung habe ich mich um eine ungefähre Reihenfolge bemüht was die Leistung angeht und die am ehesten vergleichbaren Grafikchips jeweils zusammen in eine Tabelle gepackt. Von den reinen Daten her würde ich schon annehmen, dass der X1650 Pro schneller ist als der X800 GT, zumal die Karte von HIS noch ab Werk übertaktet sein wird. Außerdem unterstützt sie Shader Model 3, was sie aber ziemlich an die Grenzen bringen dürfte. Exorbitante Leistungssprünge würde ich aber nicht erwarten.
  • Acidjunk schrieb Uhr
    Re: AW: News - Einkaufsberater...

    weiß jemand, ob dies eine gute idee war, diese karte zu bestellen? ich war der meinung die karte ist ok.
  • Bentleman schrieb Uhr
    AW: Re: AW: News - Einkaufsberater...

    bei der 1600 pro ist eine fehler diese karte gibt es auch für AGP !!! ich muss es wissen ich habe eine LOLDanke für den Hinweis. Bei den tausenden von Varianten kann man schnell den Überblick verlieren. Wird sofort verbessert.
  • 1600 pro !! schrieb Uhr
    Re: AW: News - Einkaufsberater...

    bei der 1600 pro ist eine fehler diese karte gibt es auch für AGP !!! ich muss es wissen ich habe eine LOL
  • Acidjunk schrieb Uhr
    AW: News - Einkaufsberater Grafikkarten (Update)

    hallo an alle, nach langen überlegen habe ich mir jetzt die ati x1650 pro iceq von his bestellt, und hoffe mal, dass diese karte besser ist als meine x800gt.
netzwelt Live

DSL- & LTE-Speedtest

Testen Sie mit unserem Speedtest Ihre tatsächliche DSL- oder LTE-Geschwindigkeit. Test auch mit Smartphone und Tablet möglich.

Jetzt Testen!

Der große Android-Update-Fahrplan

Welche Android-Version ist für mein Smartphone oder Tablet-Computer aktuell? Der große Android-Update-Fahrplan bringt Licht ins Dickicht der Versionen.

Jetzt ansehen!

Ashampoo-Download-Logo
article
14647
Einkaufsberater: Grafikkarten
Einkaufsberater: Grafikkarten
Ein PC eignet sich nur dann zum zocken aktueller Spiele, wenn er einigermaßen auf dem aktuellen Stand der Technik ist und vor allem eine schnelle Grafikkarte besitzt. Denn die schnellste CPU ist wertlos, wenn die Grafikkarte zu schwach auf der Brust ist.
http://www.netzwelt.de/news/68742-einkaufsberater-grafikkarten.html
2010-02-23 14:54:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/gf-gtx-280-product-shot4-1217498104.jpg
News
Einkaufsberater: Grafikkarten