Managergeneration X
Test: Bundesliga Manager X
Karl-Heinz Wildmoser macht es, Rainer Calmund macht es und Uli Hoeneß sowieso. Ob es auch Spaß macht, muss nun der neue "Bundesligamanager X" von Software 2000 beweisen.
Inhaltsverzeichnis
- 1Tabuthema Doping
- 2Traininganzug und Nadelstreifen
- 3Mit einem Bein im Stadion
Nach der Wahl des Schwierigkeitsgrades entscheidet sich der angehende Manager für einen - mangels DFB-Lizenz namentlich veränderten - Bundesligisten der abgelaufenen Saison. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass ein Arbeitsverhältnis über die Dauer der eingangs festgelegten Spielzeit bindend ist.
Mal eben "Mayer Leverkusen" in den Konkurs wirtschaften, nur um anschließend bei "Gelsenkirchen 06" anzuheuern, ist also nicht möglich. Abhilfe beim Korrigieren der bizarren Vereins- und Spielerdaten schafft übrigens ein mitgelieferter Editor.
Tabuthema Doping
Fußballprofis sind bekanntermaßen unverschämt teuer. Deshalb sollten rasch Sponsoren gefunden werden, die für Bandenwerbung und Reklame auf der Anzeigetafel möglichst tief in die Tasche greifen. Auch die Vergabe von exklusiven Fernsehrechten ist für einen aufstrebenden Verein unverzichtbar; schließlich will man nicht nur neue Spieler verpflichten, sondern über kurz oder lang auch den Ausbau des heimischen Stadions finanzieren.
Das Geld für leistungssteigernde Medikamente kann man sich indes sparen, denn das Thema Doping ist - der Realität zum trotz - absolut tabu. Um die Leistung der Athleten auf natürlichem Weg zu steigern, darf jedoch ein umfangreicher Trainingsplan ausgearbeitet werden.
Traininganzug und Nadelstreifen
Steht ein Spieltag an, so fungiert der Manager auch gleichzeitig als Trainer. Als solcher legt er nicht nur die Auswahl der Strafstoß- und Elfmeterschützen fest, sondern greift auch aktiv ins Geschehen ein. Wird das taktische System nach einem Gegentor auf den Kopf gestellt, bietet sich mit der nächsten Spielunterbrechung die Möglichkeit, entsprechend zu reagieren.
Auf Grund der komprimierten Spielzeit sind Unterbrechungen durch Eckbälle und Einwürfe jedoch die Ausnahme, sodass nach der Halbzeitpause nur selten taktische Änderungen vorgenommen werden können.
Zeit ist Geld. Viel beschäftigte Manager können den Ausgang einer Partie deshalb im Handumdrehen von der CPU errechnen lassen. Wer dem Kick im Stadion persönlich beiwohnen möchte, wechselt alternativ in den 3D-Modus - und der kann sich sehen lassen: Per Motion Capturing wurden die Bewegungen von Nationalspieler Carsten Ramelow digitalisiert und auf die Cyber-Kicker übertragen.
Diese wuseln entsprechend realistisch über den Rasen und dürfen dabei aus insgesamt neun verschiedenen Kameraperspektiven beobachtet werden. Auf den Rängen hüpfen animierte Schlachtenbummler herum, die regelmäßig Rauchbomben zünden und die Mannschaften lauthals anfeuern. Kommentiert wird das sportliche Treiben von Jörg Wontorra, der sich allerdings nur sporadisch zu Wort meldet.
Mit einem Bein im Stadion
Dank der vorbildlichen Benutzeroberfläche und den hervorstechenden Echtzeitpartien zählt der "Bundesliga Manager X" zu den technisch anspruchsvollsten Vertretern seiner Art. Sieht man von den teils hanebüchenen Spielzügen im 3D-Modus einmal ab, kommt tatsächlich so etwas wie Stadionatmosphäre auf.
Im Managerpart ist besonders das vielschichtige Mannschaftstraining hervorzuheben, das die Leistungskurve der Kicker kontinuierlich steigen lässt. Wie man ein Transfersystem wesentlich spannender gestaltet, zeigt die Konkurrenz mit "Anstoss 3". Arbeitswütige Vereinsmeier dürften zudem bemängeln, dass ihnen Querelen innerhalb der Mannschaft ebenso erspart bleiben wie "zufällige" Ereignisse jenseits des Spielfeldrandes.
| Steckbrief | ||
|---|---|---|
| Sound | 12 von 15% | 82% |
| Grafik | 12 von 15% | |
| Spielspaß | 12 von 15% | |
| Multiplayer | von 10% | |
| Bedienung | 8 von 10% | |
| Preis/Leistung | 13 von 15% | |
| Hardwareanforderung | 13 von 15% | |
| Langzeitspielspaß | 12 von 10% | |
