Age of America
Test: America - No Peace Beyond The Line
Auf dem Stratgie-Sektor buhlen überlicherweise antike Krieger oder gepanzerte Roboter um die Gunst des Spielers. Mit "America - No Peace Beyond The Line" geben die Männer und Frauen des Wilden Westens ihr virtuelles Stelldichein.
Inhaltsverzeichnis
- 1Schnaps und Schusswaffen
- 2Pferde stehlen
- 3Wirre Kämpfe, faule Arbeiter
Seitdem sich Vorzeige-Cowboy und Westernlegende "John Wayne" aus dem Filmgeschäft verabschiedet hat, mussten Kakteen im Sonnenuntergang, wilde Pferde und schlecht rasierte Rinderhirten vorwiegend für die werbende Tabakindustrie herhalten. Doch die Firma "Related Designs" erkannte unlängst, dass sich der Wilde Westen auch als Vorlage für ein Strategiespiel eignen würde: mit "America - No Peace Beyond The Line" präsentieren die deutschen Programmierer ein unverbrauchtes Szenario.
Schnaps und Schusswaffen
Neben Indianern und Amerikanern stiefeln auch Desperados und mexikanische Freischärler durch die Pixel-Prärie. Naturgemäß unterscheiden sich die rivalisierenden Parteien nicht nur in architektonischer Hinsicht, auch kulturell und militärisch grenzt man sich voneinander ab.
Während die naturverbundenen Indianer auch ohne die Zuhilfenahme von Booten Flüsse überqueren können oder mittels Medizinmann die Wettervorhersage Lügen strafen dürfen, haben die Amerikaner mit Feuerwaffen und hölzernen Forts militärisch die Nase vorn. Die mexikanischen Freischärler genießen dank segensreicher Subventionen seitens der Kirche wirtschaftliche Vorteile, wohingegen die Desperados statt fester Nahrung nur Alkohol aufnehmen, was ihnen praktischerweise die Arbeit auf dem Felde erspart.
Pferde stehlen
Bis auf wenige Ausnahmen kommen Cowboys und Indianer als Fußgänger zur Welt. Um den Revolverhelden, Bogenschützen, Peitschenschwingern und Gauchos einen reitbaren Untersatz zu verschaffen, müssen Pferde entweder gezüchtet, gefangen oder aus dem Stall des Rivalen gestohlen werden.
Zusätzlich bleibt die Möglichkeit, im Kampf das Tier eines Feindes zu übernehmen, nachdem dieser tödlich verwundet die Zügel aus der Hand gegeben hat. Das Wechselspiel zwischen Ross und Reiter ist keineswegs nur bloßes Beiwerk, denn berittene Einheiten kommen nicht nur schneller voran, sie verfügen zudem über deutlich mehr Kampfkraft.
Ob Schusters Rappen oder edles Vollblut: Das Kräfteverhältnis zwischen den einzelnen Fraktionen wirkt unausgegoren. Insbesondere die schwachbrüstigen Indianer geraten bei einem offenen Schlagabtausch schnell ins Hintertreffen.
Selbst wenn sich deren Medizinmann einen Wolf tanzt, um anstürmende Gegner mit Blitz und Donner einzudecken - den rauchenden Colts des weißen Mannes haben die amerikanischen Ureinwohner wenig entgegenzusetzen.
Wirre Kämpfe, faule Arbeiter
Obwohl sich "America" grafisch und spielerisch augenfällig an das große "Age of Empires" anlehnt, reicht das Wildwest-Gerangel aus deutschen Landen nicht an die Qualität des Vorbilds heran. Einerseits arten Kämpfe trotz Formationsmenü oft in wilde Raufereien aus, zum anderen sollten passive Untertanen inzwischen der Vergangenheit angehören.
Wird einem Arbeiter befohlen, mehrere Gebäude hintereinander zu errichten, hält dieser nach der Fertigstellung des ersten Baus so lange Maulaffen feil, bis man seinem Wunsch per Mausklick auf den nächsten Bauplatz Nachdruck verleiht. Ähnlich verhält es sich mit dem Ressourcenmanagement: Die Tatsache, dass abgeerntete Felder jedes Mal von Hand erneuert werden müssen, erweist sich besonders während eines Kampfes als Ärgernis. Auf Grund des interessanten Szenarios und einer recht soliden Technik dürfen Strategen trotzdem einen Blick riskieren.
| Steckbrief | ||
|---|---|---|
| Sound | 7 von 10% | 75% |
| Grafik | 11 von 10% | |
| Spielspaß | 11 von 15% | |
| Multiplayer | 7 von 10% | |
| Bedienung | 7 von 10% | |
| Preis/Leistung | 12 von 15% | |
| Hardwareanforderung | 13 von 15% | |
| Langzeitspielspaß | 7 von 10% | |
