Test: RTL Skispringen: Herausforderung 2001
Emotionslose Schaufensterpuppen
So weit zur Theorie. Damit auch in der Praxis eine möglichst konkurrenzfähige Wertung herausspringt, bedarf es jedoch mehr, als nur die Maus hin- und herzuschieben. Wie bei den meisten Sportsimulationen kommt es auch in "RTL Skispringen" auf das richtige Timing an. Gerade zu Beginn des Spiels wird sehr häufig der ideale Zeitpunkt für Absprung und Landung verpasst, nur weil man durch einen verzögerten Mausklick ein paar zusätzliche (Zenti-)Meter herauszukitzeln versucht.
Was den grafischen Aspekt des Spieles anbelangt, so wird sich "VCC Entertainment" den Vorwurf gefallen lassen müssen, allzu sparsam mit Animationen umgegangen zu sein. Unabhängig davon, ob das sportive Alter Ego nach einem Sturz horizontal über die Piste rutscht oder das Tal in der Vertikalen erreicht: die stocksteifen Bewegungen der virtuellen Wintersportler erinnern doch sehr an einen auf Skiern montierten Crash-Test-Dummy.
| Steckbrief | ||
|---|---|---|
| Sound | 6 von 10% | 69% |
| Grafik | 7 von 15% | |
| Spielspaß | 9 von 15% | |
| Multiplayer | 7 von 10% | |
| Bedienung | 8 von 10% | |
| Preis/Leistung | 12 von 15% | |
| Hardwareanforderung | 14 von 15% | |
| Langzeitspielspaß | 6 von 10% | |
Der Authentizität ebenfalls abträglich: die statische Mimik der Skispringer, die selbst nach einem rekordverdächtigen Höhenflug derart grimmig drein schauen, als ob man ihnen buchstäblich Hals und Bein würde brechen wollen!
Den Vorgänger übersprungen
Auch die akustische Untermalung trägt nicht unbedingt dazu bei, echte Weltcup-Atmosphäre aufkommen zu lassen. Wie von einem Endlos-Band werden immer wieder die gleichen Soundfiles abgespult. Hier ein wenig Applaus, dort das Bimmeln einer Kuhglocke, und ein Anteil nehmendes "Ooooh", wenn der ungestüme Skispringer nach einem vermurksten Sprung bäuchlings durch den Schnee pflügt.
Optisch und akustisch bestenfalls durchschnittlich, empfiehlt sich das Spiel im Grunde nur für eingefleischte Fans der Sportart, zumal auf Dauer einfach zu wenig Abwechslung geboten wird. Wer von Schmitt, Ahonen und Co. nicht genug kriegen kann, erhält mit "RTL Skispringen" eine akzeptable Simulation zum attraktiven Preis, die im Vergleich zum Vorgänger um Längen besser ausgefallen ist.
