Kleiner Bruder, böser Bruder

Test: Diablo 2: Lord of Destruction

Schon als kleiner Satansbraten legte Baal ein auffallend destruktives Verhalten an den Tag. In der offiziellen "Diablo 2"-Erweiterung will der Herr der Zerstörung nun den so genannten Weltenstein zerbröseln, damit die Erde endgültig im Chaos versinkt.

Diablo 2: Lord of Destruction: Diablo 2: Lord of Destruction: Intro (Englisch) (Plattformen: PC). Zum Video: Diablo 2: Lord of Destruction

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Seit der Veröffentlichung von "Diablo 2" im vergangenen Sommer wurden die teuflischen Brüder Diablo und Mephisto von zig Millionen Rollenspielfans weltweit zu Tode geklickt. Baal, dem jüngsten Spross des perfiden Geschlechts, gelang indes die Flucht in das Hochland der Barbaren, wo den Spieler mit "Diablo 2: Lord of Destruction" ein weiterer Akt samt zusätzlicher Waffen, Monster, Schauplätze und Aufgaben erwartet.

Naturfreaks und Killerbräute

Die interessanteste Neuerung ist die Integration zweier völlig neuer Charakterklassen. Die martialische Attentäterin steht für Frauenpower pur. Ihre enorme Kampfkraft setzt sich aus spezifischen "Auflade-Fertigkeiten" und "Finishing Moves" zusammen. Infolge der Auflade-Fertigkeit wird jeder innerhalb eines bestimmten Zeitraums ausgeführten Attacke zusätzliche Kraft hinzuaddiert. Diese entlädt sich entweder nach Ablauf der Aufladezeit oder durch die Anwendung eines Finishing Moves. Während für Tritte und Schläge keine besonderen Gegenstände erforderlich sind, setzen so genannte Klauenangriffe den Besitz spezieller Metallklingen voraus.

Ebenfalls neu im Klüngel der Monstermetzger ist der Druide, der im Kampf gegen das Böse bevorzugt Naturgewalten entfesselt. Infolgedessen bläst der garstigen Höllenbrut mal ein frostiger Arktiswind um die Ohren, mal ein verheerender Wirbelsturm. Sein inniges Verhältnis zu wilden Tieren ist für den Druiden ebenfalls von unschätzbarem Wert. Den entsprechenden Zauberspruch auf der Lippe, kann er aus heiterem Himmel Wölfe, Raben und Bären heraufbeschwören und auf Wunsch sogar persönlich zur Bestie mutieren, um sich den Mächten des Bösen als monströser Werwolf oder Werbär zu stellen.

Diablo 2 LoD

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Diablo 2 LoD - Screenshot: Diablo 2 LoD
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Screenshot: Diablo 2 LoD

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Mehr Stauraum

Die ohnehin benutzerfreundliche Steuerung wurde um einige sinnvolle Funktionen erweitert. Dank einer zusätzlichen Schaltfläche im Inventarmenü dürfen neuerdings alle mitgeführten Waffen und Rüstungsgegenstände in einem Aufwasch repariert werden. Zudem ermöglicht ein spezieller Shortcut den schnellen Wechsel zwischen unterschiedlichen Waffen/Schild-Kombinationen. Das Söldner-Interface wurde ebenfalls modifiziert. Angeheuerte Charaktere dürfen nun individuell ausgerüstet werden und sammeln obendrein fleißig Erfahrungspunkte. Erfreulich auch, dass Blizzard dem Wunsch der Fangemeinde Rechnung trug und das Fassungsvermögen der persönlichen Schatztruhen - der Hölle sei Dank - verdoppelte.

Die kosmetischen Neuerungen beschränken sich auf das Winterszenario des fünften Akts und einige zusätzliche Licht- und Zaubereffekte. Die düstere Grafik wirkt trotz der höheren Auflösung von 800x600 Bildpunkten inzwischen dennoch überholt.

Steckbrief
Sound8 von 10%86%
Grafik10 von 15%
Spielspaß14 von 15%
Multiplayer9 von 10%
Bedienung10 von 10%
Preis/Leistung11 von 15%
Hardwareanforderung14 von 15%
Langzeitspielspaß10 von 10%

Im Battle.net ist die Hölle los

Für den stolzen Preis von 60 DM Mark erhält der Spieler ein gut bestücktes Erweiterungsprogramm mit der für "Diablo" typischen Spielspaßgarantie. Experten werden den fünften Akt in nur wenigen Stunden über die Bühne gebracht haben, worauf entweder ein neuerlicher Streifzug durch die bekannten Schauplätze der Originalversion bleibt, oder eine Mehrspieler-Partie im Battle.net, wo mit der Veröffentlichung des Add-ons endgültig die Hölle losbrach. Das war nicht anders zu erwarten, denn die Online-Gemeinde ist hinter dem Herrn der Zerstörung her wie der Teufel hinter der armen Seele.