Test: Giants - Citizen Kabuto
Schuhgröße 500
Den Schlusspunkt des Spiels setzt der gefräßige Gigant Kabuto. Einst von den Seareapern als Allzweckwaffe gegen ungebetene Gäste kreiert, wuchs das Mistvieh mit den Jahren zu einem kolossalen Allesfresser heran. Kabuto schert sich weder um Waffen noch interessieren ihn Zaubersprüche - wozu auch? Mit nur einem Hieb bringt das Monstrum die gesamte Insel zum beben, und mit einer Schuhgröße von knapp vier Metern trampelt es ganze Siedlungen platt.
Vielen, die sich dem Nimmersatt in den Weg stellen, ergeht es wie den Kinder-Schokobons - mit einem Happs sind sie im Mund! Richtig satt gefressen, kann das Monstrum sogar Eier legen, denen neue Ungeheuer entschlüpfen. Anders als Baz und Delphi, die sich per Jetpack und Energieschub vorübergehend in die Luft schrauben dürfen, bringt Fettwanst Kabuto lediglich ungelenke Hopser zustande. Wenn das Schwergewicht seine Gegnern im Dauerlauf verfolgt, werden seine Bewegungen binnen kürzester Zeit merklich langsamer. Schwächeren Feinden bleibt dadurch die Chance, Kabuto mit schnellen Schlägen auszumanövrieren.
Schöne Aussichten
Die jeweilige Spielfigur kann wahlweise ein- oder ausgeblendet werden, unabhängig davon, ob man Baz, Delphi oder Kabuto über die Insel scheucht. Somit kann jederzeit die Perspektive gewechselt werden, was vor allem im Kampf sinnvoll ist.
Um das Flair einer tropischen Insel in ein Computerspiel zu transportieren, haben die Programmierer tief in die Trickkiste gegriffen: Felsen und Klippen ragen steil in den Himmel empor, Wellen umspülen den Strand und die gleißende Sonne zaubert hübsche Linsenreflexionen auf den Schirm. Darüber hinaus bezaubert das Trio mit geschmeidigen Animationen und hochauflösenden Texturen, allen voran der hässliche Kabuto, der - technisch gesehen - ein echter Hingucker ist.
Erst kämpfen, dann lachen
"Giants - Citizen Kabuto" bietet fast alles, was von einem modernen Actionspiel erwartet werden kann. Fast deshalb, weil auch die "Planet Moon Studios" den fragwürdigen Trend fortsetzen, den Gebrauch der Speicherfunktion einzuschränken. Erst wenn ein Auftrag erfolgreich zu Ende gebracht worden ist, werden die Fortschritte automatisch gesichert. Angesichts des hohen Schwierigkeitsgrades ist die Geduld des Spielers häufig auf die Probe gestellt.
| Steckbrief | ||
|---|---|---|
| Sound | 8 von 15% | 84% |
| Grafik | 13 von 15% | |
| Spielspaß | 13 von 15% | |
| Multiplayer | 7 von 10% | |
| Bedienung | 7 von 10% | |
| Preis/Leistung | 14 von 15% | |
| Hardwareanforderung | 13 von 15% | |
| Langzeitspielspaß | 9 von 10% | |
Darüber hinaus offenbart das Spiel keine größeren Schwächen. Die Grafik ist sehenswert, die Sprachausgabe tadellos und das Gameplay vielschichtig. Ein mitunter sehr schräger Humor lockert die zänkische Stimmung regelmäßig auf: Wenn sich Delphi gegen Ende des Spiels in das Monster Kabuto verwandelt und ihrem Baz mit Schleim triefender Zunge über das Helmvisier schleckt, haben die Programmierer die Lacher auf ihrer Seite.






