Europa in Flammen
Test: Cossacks - European Wars
Strategie
Jahrhundertelang beherrschten sie die Steppen des Ostens. Nun blasen die verwegenen Kosaken erneut zum Angriff, um die Herzen der Echtzeitstrategen zu erobern.
Im 15. Jahrhundert schlossen sich entlang der südlichen Grenzen Russlands zahlreiche Bürger aus vorwiegend niederen Ständen zu einer militärischen Körperschaft, den so genannten Kosaken, zusammen. In "Cossacks - European Wars" sattelt das streitbare Reitervolk auf, um gegen England, Spanien, Österreich sowie 13 weitere Nationen um die Herrschaft in Europa zu ringen.
Bewährtes Spielprinzip
Wer bereits im "Age of Empires" die Säbel rasseln ließ, findet sich schnell zurecht. Um Baustoffe für Ställe, Kirchen, Schmieden und Häfen zu gewinnen, müssen Wälder gerodet und Steinbrüche abgetragen werden. Die Versorgung von Gefolge und Heer erfordert den Anbau von Getreidefeldern, während die Ausbeutung von Minen dem Unterhalt von Kriegsmaschinen dient.
Cossacks-EW
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Allerdings fällt dem wirtschaftlichen Aspekt insgesamt mehr Bedeutung zu. Sobald die Nahrungsmittelbestände knapp werden, sterben die ersten Einheiten den Hungertod; wer den Abbau von Eisen und Kohle vernachlässigt, erlebt schockiert mit, wie die teure Artillerie im Ernstfall den Dienst versagt. In "Cossacks" wird jeder Kanonenschuss mit Rohstoffen bezahlt!
Andrang auf dem Schlachtfeld
Die Bandbreite an Einheiten beeindruckt nicht weniger als die maximale Truppenstärke: stolze 8000 Krieger vermag das Programm in Echtzeit darzustellen. Neben leichter und schwerer Kavallerie tummeln sich auch Bogenschützen, Kleriker, Kanoniere und Musketiere auf dem Felde. Obendrein sorgen Fregatten und Galeeren für hitzige Scharmützel im kühlen Nass.
Grafisch schwankt "Cossacks" zwischen Augenweide und Langeweile. Während der Aufbau der detaillierten Bauwerke genauso aufwändig animiert ist wie deren Zerstörung, wirken die Landschaften mit ihren dreidimensionalen Erhebungen karg und uninspiriert. Die verschwenderische Vielfalt an unterschiedlichen Baustilen sorgt jedoch dafür, dass es ständig Neues zu entdecken gibt.
| Steckbrief | ||
|---|---|---|
| Sound | 7 von 10% | 81% |
| Grafik | 11von 15% | |
| Spielspaß | 12 von 15% | |
| Multiplayer | 7 von 10% | |
| Bedienung | 8 von 10% | |
| Preis/Leistung | 14 von 15% | |
| Hardwareanforderung | 13 von 15% | |
| Langzeitspielspaß | 9 von 10% | |
Außerdem hält "Cossacks" ein paar hübsche Grafikdetails bereit. So steigen frisch rekrutierte Bauern leichtfüßig die Rathaustreppe hinab, Schiffe und Brückenpfeiler spiegeln sich auf der Wasseroberfläche und zerstörte Gebäude überdauern als bröckelnde Ruine so lange, bis nur noch ein verrußter Trümmerhaufen übrig bleibt.
Gelegenheitsspieler verzweifeln
Mit rund 300 militärischen und wirtschaftlichen Upgrades sowie einem üppigen Gebäude- und Truppenkontingent bietet "Cossacks - European Wars" jede Menge Spielstoff. Allerdings dürfte der gepfefferte Schwierigkeitsgrad manche Strategen früh zur Kapitulation zwingen, zumal die Wechselbeziehung zwischen Militär und Wirtschaft kaum Fehler verzeiht. Erfahrene Feldherrn sind mit "Cossacks - European Wars" hingegen gut beschäftigt und bestens bedient.
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