In die Wüste geschickt

Test: Paris-Dakar Rally

Die legendäre Wüstenrallye ist nichts für Schlaglochbremser. Niemand weiß das besser als die diesjährige Gesamtsiegerin Jutta Kleinschmidt, deren Empfehlung die Packung von "Paris-Dakar Rally" ziert.

Paris Dakar - Screenshot: Paris Dakar
Screenshot: Paris Dakar

Über 10 000 Kilometer Rennstrecke, zwei Millionen Liter verbrauchter Kraftstoff, mehr als 400 Fahrer: Im Vergleich zur Rallye Paris-Dakar wirkt so mancher Motorsportevent wie ein Seifenkistenrennen in der Provinz. Gerade deshalb stellt sich die Frage, warum das Wüstenspektakel bislang noch nicht als Vorlage für ein Computerspiel herhalten musste.

Sand im Getriebe

So oder ähnlich dachten wohl auch die Kreativen von Acclaim, weshalb sie nun mit einer exklusiven Lizenz an den Start gehen. Nach dem obligatorischen Auftaktfilm erfolgt die Einstellung der Grafik-, Audio- und Steuerungsoptionen. Letztere bietet gleich in zweierlei Hinsicht Anlass zur Kritik: eine Force Feedback-Unterstützung fehlt nämlich ebenso wie die Möglichkeit, die Lenkempfindlichkeit des Controllers zu justieren.

Paris Dakar

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Neben Arcade-Rennen und Zeitfahren bietet sich mit der Kampagne der anspruchsvollste Modus an. Als fahrbarer Untersatz dient dem Spieler wahlweise ein Motorrad, ein Allradwagen, ein Quad-Bike oder ein Buggy. Zu Beginn steht allerdings nur jeweils ein Gefährt pro Fahrzeugklasse zur Verfügung. Zusätzliche Modelle können erst im weiteren Spielverlauf freigeschaltet werden. Das Fahrgefühl ist in jedem Fall akzeptabel, die Tuningoptionen aber vergleichsweise mager.

An die Wand gefahren

Mager ist auch die 3D-Grafik. Während das Design der Vehikel noch durchaus vertretbar ist, geben die Kulissen ein ziemlich trostloses Bild ab. Weder Mensch noch Tier säumt den Streckenrand. Lichtbrechungseffekte, Replay-Funktion oder Flammen am Auspuffrohre - Fehlanzeige. Besonders übel sehen Sträucher und Büsche aus. Jeder unfreiwillige Abstecher in die Pixel-Botanik gleicht einer Zeitreise in das Grafikkartenjahr 1997.

Steckbrief
Sound 11 von 15% 69%
Grafik 11 von 15%
Spielspaß 10 von 15%
Bedienung 7 von 10%
Preis/Leistung 9 von 15%
Hardwareanforderung 13 von 15%
Langzeitspielspaß 8 von 15%

"Paris-Dakar Rally" hätte Schwung ins Genre bringen können. Schon allein der Tatsache wegen, dass vier unterschiedliche Fahrzeugtypen auf die Piste gehen. Das grafisch unspektakuläre Spiel bleibt jedoch nicht zuletzt wegen fehlendem Force Feedback-Support und Mehrspielermodus weit hinter den Möglichkeiten zurück. In dieser Rennspielsparte bleibt "Colin McRae Rally 2.0" das Maß aller Dinge.

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