Höhenflug
Test: IL-2 Sturmovik
Sie war der Stolz der russischen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Jahrzehnte später wird man die "IL-2 Sturmovik" vor allem in Simulationskreisen zu schätzen wissen.
Inhaltsverzeichnis
- 1Erfolgsmodelle
- 2Robust, aber nicht unzerstörbar
- 3Schummeln leicht gemacht
- 4Technik über den Wolken
- 5Gewimmel am Mehrspieler-Himmel
"Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten". Hätte der fromme Jakobus dazumal geahnt, auf welch verheerende Weise ihn seine verkommenen Nachfahren Lügen strafen, er hätte sich jenen Sinnspruch sicher verkniffen.
Erfolgsmodelle
In einer Zeit, in der Kriege nicht heilig waren, ging die himmlische Bedrohung noch von rein militärischen Flugzeugen aus. Während im Zweiten Weltkrieg zahllose Zivilisten den Angriffen durch Bomber zum Opfer fielen, kreisten über den Frontlinien vor allem Jäger und so genannte Erd- oder Sturzkampfflugzeuge,
Zu den bekanntesten Erdkampfflugzeugen jener Zeit zählt die Iljuschin Sturmovik, kurz IL-2, die vornehmlich Bodenangriffe gegen Hitlers Kriegsmaschinerie an der Ostfront flog. Mit Ausnahme der Messerschmitt Bf 109 wurde unter Kriegsbedingungen kein anderes Flugzeug in einer derart hohen Stückzahl gefertigt: Mehr als 30 000 Exemplare wurden der Roten Armee seit Beginn der Produktion im Oktober 1940 zugeführt.
Robust, aber nicht unzerstörbar
Die extrem Panzerung von bis zu 13 mm brachte der "IL-2 Sturmovik" den Beinamen "fliegender Panzer" ein. Dennoch sollte man bei der Bekämpfung gegnerischer Fahrzeuge, Schiffe, Jäger und Bomber nicht allzu sehr auf die robuste Bauweise des Vogels vertrauen.
Als lupenreine Simulation mit entsprechend anspruchsvollem Flugverhalten bringt "IL-2 Sturmovik" selbst erfahrene Spieler in Verlegenheit. Wer durch leichtfertiges Rühren des Steuerknüppels einen Strömungsabriss provoziert, nimmt der feindlichen Luftabwehr unfreiwillig Arbeit ab. Auch Sturzangriffe auf Bodenziele erfordern höchste Konzentration. Geht man nach der Attacke auf ein anvisiertes Ziel nicht augenblicklich in den Steigflug über, landet die Maschine schneller am Boden als die zuvor entladene Waffenfracht.
Schummeln leicht gemacht
Weniger geübte Piloten dürfen den Realitätsgrad und somit die Schwierigkeitsstufe korrigieren. Flattereffekte, Turbulenzen oder Munitionsbegrenzung können optional ebenso ausgeklammert werden wie die Notwendigkeit realistischer Starts und Landungen.
