Schnüffler mit Vision
Test: Hitchcock - The Final Cut
Ein französisches Krimi-Adventure verspricht Spannung à la Hitchcock, und der gilt bekanntlich als Meister der Spannung. Doch hält das Spiel was die Lizenz verspricht?
Joseph Shamley ist Privat-Detektiv, wobei auch die Bezeichnung Medium auf seiner Visitenkarte gerechtfertigt wäre. Seit dem Unfalltod seiner Eltern wird der Schnüffler regelmäßig von Visionen heimgesucht, was zwar nicht immer angenehm ist, bei der Aufklärung gewisser Fälle aber durchaus nützlich sein kann.
Eine Filmcrew verschwindet
Für Blondchen Alicia Slezak ein Grund mehr, die Dienste des ungewöhnlichen Detektivs in Anspruch zu nehmen. Shamley soll dem plötzlichen Verschwinden einer kompletten Filmcrew auf den Grund gehen, die der Hitchcock begeisterte Onkel der stummen Grazie an dessen privates Set geladen hatte. Am Dreh- und Tatort angekommen, trifft Shamley auf allerhand Leichen, einen sprechenden Papagei und andere schräge Vögel.
Das Spiel beinhaltet knapp 15 Minuten Original-Filmmaterial aus Hitchcock-Klassikern wie Topas, Psycho oder Frenzy, das - zu kurzen Schnipseln verarbeitet - in Form von Visionen über den Bildschirm flimmert. Um den Fall lösen zu können, muss man nicht zwangsläufig mit den Werken des großen Regisseurs vertraut sein, doch hilfreich ist es allemal.
CD-Wechsler wider Willen
Die Steuerung ähnelt Titeln wie "Grim Fandango" oder "Alone in the Dark". Mittels Keyboard wird die Spielfigur durch schön anzusehende Kulissen gesteuert und per Tastendruck zur Interaktion mit Türen, Schaltern und dergleichen mehr angehalten. Im Inventar verstaute Gegenstände kommen immer dann zum Vorschein, wenn der Schnüffler seinen Organizer aus der Tasche kramt. Einzelheiten über bestimmte Personen sowie relevante Ereignisse gehen ebenfalls aus dessen Display hervor.
| Steckbrief | ||
|---|---|---|
| Sound | 11 von 15% | 78% |
| Grafik | 12 von 15% | |
| Spielspaß | 13 von 15% | |
| Bedienung | 7 von 10% | |
| Preis/Leistung | 11 von 15% | |
| Hardwareanforderung | 13 von 15% | |
| Langzeitspielspaß | 11 von 15% | |
Dem "finalen Schnitt" fehlt der letzte Schliff. Das gilt sowohl für das nervige CD-Wechsel-Prozedere bei jedem neuerlichen Programmstart als auch für die teils unübersichtlichen Kameraperspektiven, die vor allem Jump&Run-Einlagen zum Geduldspiel werden lassen. Auf der Habenseite verbucht der interaktive Krimi eine kühl-düstere Atmosphäre nebst interessantem Plot. Erfahrene Adventure-Fans sind mit den oftmals einfältigen Rätseln unterfordert.
