Neue Vormachtstellung bei Internet via Satellit?
DSL-Alternativen: Telekom verletzt skyDSL-Patente von Strato
Notnagel oder Goldesel? Hat Internet via Satellit überhaupt eine Zukunft? Wenn ja, dann hat der sky-DSL-Betreiber Teles einen Meilenstein erreicht, denn Deutsche Telekom und SES Astra sind einem Patenteinspruchsverfahren vor dem Bundespatentgericht unterlegen.
Besser bekannt als Teles ist deren Tochterfirma Strato, unter deren Namen skyDSL auch vermarktet wird. Während bei der Telekom "T-DSL via Satellit" aber nur ein Notfallprodukt für den Fall ist, dass T-DSL nicht verfügbar ist, setzt Teles-Chef Sigram Schindler auf skyDSL als echte Konkurrenz zur DSL-Technik.
Seiner Ansicht nach werden in Zukunft die Daten kaum noch auf den heimischen Rechnern, sondern meist im Netz liegen. Deshalb ist zwar eine große Bandbreite für den Download notwendig, nicht aber für den Upload.
Problem des fehlenden Rückkanals bleibt ungelöst
Hier liegt auch das Problem vom skyDSL. Der Statellit verschickt nur die Daten, erhält aber keine Rückmeldung vom User. Dieser braucht nach wie vor einen Rückkanal über die Telefonleitung, um dem Server mitzuteilen, welche Daten er senden soll. Zwei-Wege-Sat-Lösungen wie sie Tiscali anbietet, sind für den Privatkunden viel zu teuer.
Da Internetzugänge über analoge oder ISDN-Leitungen aber nach wie vor zeitbasiert abgerechnet werden, gibt es bei Internet via Satellit keine wirkliche Begrenzung der Kosten, wie sie eine DSL-Flatrate bietet.
Wimax versorgt DSL-freie Gebiete
Teles/Strato hat zwar eine Koppelpuls-Technik entwickelt, mit der die Kosten gering gehalten werden, aber ob sich die Technik bei den Kunden durchsetzen wird, ist fraglich. Teles glaubt aber daran und versucht seine Konkurrenz mit Patenten in Schach zu halten.
Bei Plenexis und Tellique ist dies auch bereits gelungen. Ebenfalls nach Gerichtsurteilen zu Gunsten von Teles haben sich beide Anbieter vom Markt zurückgezogen.
Falls die aktuelle Entscheidung von ähnlicher Tragweite sein sollte, könnte es tatsächlich passieren, dass es zum skyDSL-Angebot keine wirkliche Alternative gibt - sofern man sich überhaupt für Internet via Satellit entscheidet. Arcor hat jüngst angekündigt, DSL-freie Gebiete mit der Funktechnik Wimax versorgen zu wollen.

Lange Zeit waren Internetzugänge über Satellit nur eine Einbahnstraße. Ohne den dringend benötigten Rückkanal ein großes Problem, mussten die Daten doch oft über einen Schmalbandanschluss gepresst werden. Der Zugang zum weltweiten Datennetz war holprig und wurde unnötig ausgebremst. Seit der Internationalen Funkausstellung ist ein wahrer Boom ausgebrochen. Netzwelt hat die neusten Zugangsvarianten genauer beleuchtet.
Schwere Zeiten für den Breitband-Dienst skyDSL. Die starke Konkurrenz durch die rückkanalfähigen Angebote Tooway und Astra2Connect und die stagnierenden Kundenzahlen haben den Ein-Wege-Zugang über Satellit in arge Existenznöte gebracht. Neue Investoren und eine kräftige Finanzspritze vom Partner Eutelsat sollen das Überleben jetzt sichern.
Die Berliner Teles AG wird zum Jahresende wie erwartet ihren satellitengestützten Internet-Zugang skyDSL einstellen und sich künftig auf das neue Angebot Tooway in Kooperation mit Eutelsat konzentrieren. Die Verhandlungen mit einem neuen Betreiber laufen auf Hochtouren, da überrascht Mitbewerber Filiago mit einer "Übernahme der skyDSL-Kunden". Netzwelt hat mit den Verantwortlichen gesprochen.
Wenige Tage nach Beginn des neuen Jahres hat die Berliner Teles AG ihren satellitengestützten Breitband-Dienst skyDSL endgültig gerettet. Nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen war eine komplette Einstellung von skyDSL befürchtet worden, ein angebliches Übernahmeangebot des Mitbewerbers Filiago hatte für zusätzliche Verärgerung gesorgt. Wie es genau mit skyDSL weitergeht, fasst netzwelt zusammen.




