Der König ist tot, es lebe der König
Test: Age of Empires - The Conquerors
Mit neuen Zivilisationen und modifizierter Steuerung soll die offizielle Erweiterung zu "Age of Kings" weitere Spielerherzen erobern. In "The Conquerors" präsentiert sich - wie im Hauptprogramm - erneut die kriegerische Prominenz des Mittelalters. Neben Hunnenkönig Attila feiern auch El Cid und Montezuma ihre virtuelle Auferstehung, um in vier neuen Kampagnen ihrer kriegerischen Neigung nachzugehen.
Weniger Mikromanagement
Um den gestressten Feldherren von der Aufsichtspflicht über die Arbeiterklasse zu entbinden, haben die Dorfbewohner einen Crashkurs in Sachen Produktivität und Wirtschaftslehre absolviert. Das hat zur Folge, dass die Vasallen nach dem Bau einer Mühle von allein den nächsten Beerenstrauch aufsuchen und automatisch mit der Ernte beginnen.
Gleiches gilt für Holzfäller, Goldgräber und Steinmetze: sobald ein entsprechendes Warenlager gebaut worden ist, machen sich die Schergen selbstständig an die Arbeit. Auch dürften viele Strategen begrüßen, dass das lästige Erneuern der Felder durch eine komfortable Mehrfachbepflanzung umgangen werden kann.
Auch in militärischer Hinsicht haben die "Eroberer" dazugelernt. So dienen die widerstandsfähigen Rammböcke neuerdings auch als Transportmittel für Infanteristen, die sich auf diese Weise wohlbehütet durch einen gegnerischen Pfeilhagel chauffieren lassen. Durch die Hinzunahme der neuen Kulturen und den damit verbundenen Elite-Einheiten wird zudem das Kräfteverhältnis zwischen den einzelnen Völkern durcheinander gewirbelt.
Weil die Azteken ohne Kavallerie auskommen müssen, verfügen sie mit dem Jaguar-Krieger über eine bärenstarke Infanterieeinheit, wohingegen der spanische Konquistador auf dem hohen Ross sitzend mit Feuerwaffen hantieren darf.
Geflügel tiefgekühlt
Die grafischen Neuerungen beziehen sich in erster Linie auf die Gebäude und Einheiten der kriegerischen Debütanten, wobei die Ensemble Studios wie gewohnt ganze Arbeit leisteten. Außerdem hält nun auch der Winter Einzug in das "Age of Empires", womit zwar keine taktischen Alternativen einhergehen, den nördlichen Völkern aber endlich ein passender Lebensraum zur Verfügung steht.
Neben der neuen Jahreszeit hat das Zusatzprogramm mit dem Truthahn auch eine weitere Nahrungsquelle parat; die Speisekarte der Eroberer wird künftig um das ein oder andere Putenschnitzel reicher sein.
Wer mit der erfolgreichen "Age of Empires"-Reihe auch nur halbwegs vertraut ist, weiß, dass man mit dem Kauf eines entsprechenden Ablegers nichts falsch machen kann. Grafik, Spieltiefe und Steuerung sind ohne Tadel; der Spielspaß - besonders im Mehrspielermodus - hält über Monate an.
| Steckbrief | ||
|---|---|---|
| Sound | 8 von 10% | 89% |
| Grafik | 13 von 15% | |
| Spielspaß | 14 von 15% | |
| Multiplayer | 10 von 10% | |
| Bedienung | 10 von 10% | |
| Preis/Leistung | 12 von 15% | |
| Hardwareanforderung | 13 von 15% | |
| Langzeitspielspaß | 9 von 10% | |
