Cell: Zugeschnitten für Fernseh- und Spieleelektronik
Prozessoren & Overclocking: IBM schickt neuen Super-Prozessor ins Rennen
Prozessor-Marktführer Intel muss sich auf neue Konkurrenz aus dem Hause IBM gefasst machen: Ab kommenden Jahr schickt der Elektronikkonzern seinen Super-Prozessor Cell ins Rennen. Der Chip wurde in Zusammenarbeit mit Sony und Toshiba entwickelt und soll vor allem in der Unterhaltungselektronik zum Einsatz kommen. Laut Hersteller liegt die Leistungsfähigkeit von Cell etwa zehnmal höher als bei herkömmlichen Prozessoren.
Im März 2001 war Cell erstmals angekündigt worden. Fast vier Jahre und knapp eine Milliarde Dollar später ist die Entwicklung nun abgeschlossen. Im kommenden Jahr soll der Chip in die Serienproduktion gehen. Fertigungsstandort ist das Halbleiterwerk East Fishkill im US-Bundesstaat New York. Den neugierigen Augen der Welt soll der Chip im Februar auf der International Solid State Circuits Conference (ISSCC) in San Francisco präsentiert werden.
Erste Einsätze sind für 2006 geplant
Großer Vorteil von Cell soll seine Schnelligkeit sein: Für die Bewältigung großer Rechenleistungen konzipiert ist es für den Mikroprozessor unter anderem kein Problem, mehrere Betriebssysteme gleichzeitig auszuführen. Auch Echtzeit-Applikationen werden ermöglicht. Entwickelt und zugeschnitten wurde der Chip in erster Linie für den Einsatz in der Fernseh- und Spieleelektronik.
In diesem Rahmen ist Cell bereits für mehrere Einsätze verplant: Der japanische Unterhaltungsriese Sony will 2006 erste hochauflösende Fernsehbildschirme für High Defintion TV (HDTV) mit dem neuen Chip anbieten. Außerdem soll der Prozessor in der Weiterentwicklung der Play Station 2 zum Einsatz kommen. Auch Toshiba plant HDTV-Produkte für 2006. Auch IBM selbst will Cell einsetzen - in einer gemeinsam mit Sony entwickelten Workstation für Spiele-Entwickler.
