Solider Spätstarter
MSN Music: Angenehm überraschungsfrei
Janko Röttgers
Microsoft hat sich viel Zeit für sein Online-Musikangebot gelassen. Seit Anfang September versucht sich der Software-Riese nun an einem ersten Beta-Test des MSN Music Stores. Neue Ideen sucht man dort vergebens: Songs für 99 Cent, Einkaufen direkt aus dem Player heraus - viele dieser Dinge kennt man bereits von Apples iTunes-Angebot. Ein paar ganz interessante Unterschiede verstecken sich im Detail, wie wir im Rahmen eines ausführlichen Praxistests feststellen durften.
Microsoft startete den Beta-Test seines Musik-Angebots zeitgleich mit der Veröffentlichung des neuen Windows Media Players 10. Der Online-Store lässt sich dann auch wie iTunes direkt über den Player erreichen. Allerdings gibt es zwei wichtige Unterschiede zu Apples Strategie: Einerseits ist das MSN-Angebot nicht der einzige Store, der in den neuen Media Player eingebunden wurde. Über ein eigenes Onlineshop-Menü lassen sich zusätzlich auch die Angebote von Napster, Musicmatch, Walmart, Msuicnow und Cinemanow erreichen. Damit will der Softwareriese offenbar Monopolvorwürfen gleich von Anfang an aus dem Weg gehen.
Andererseits braucht man nicht unbedingt Microsofts neuesten Media-Player, um auf den MSN-Shop zuzugreifen. Anders als bei Apple lässt sich das Angebot auch per Browser durchforsten. Die heruntergeladenen Songs lassen sich zudem auch mit einem älteren Windows Media Player abspielen. Der Browser sollte allerdings schon von Microsoft sein: Wer hier eine Alternative zum Internet Explorer einsetzt, kann zwar rumstöbern, aber nicht einkaufen. Das gleiche gilt für Nutzer, die nicht in den USA leben. Zum Einkauf braucht es bisher eine US-Kreditkarte.
Dafür setzt Microsoft die Magie seines Browsers geschickt ein, um seinen Nutzern mehr zu bieten als nur einen drögen Web-Shop. Die 30 Sekunden langen Vorhör-Clips lassen sich zum Beispiel elegant starten, ohne dass sich erst ein externer Player ins Bild drängelt.
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