Quality of Service: Bandbreite effektiv ausgenutzt

Warteschlangen und reservierte Fahrspuren

Hat das System die IP-Pakete einmal hinreichend klassifiziert, stellt sich die Frage, wie mit den frisch bestempelten Kartons verfahren werden soll. Für die einzelnen Dringlichkeitsstufen könnten beispielsweise feste Bandbreiten reserviert sein. Gewisse Vorgaben sind genauso erdenklich, beispielsweise erhalten Pakete eines Absenders aus Gruppe A wenn möglich die volle Bandbreite, mindestens aber 250 Kilobit pro Sekunde.

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Festgelegte Algorithmen für die Warteschlangen können ebenfalls eingerichtet werden. Bei einem Internet-Provider könnte das so aussehen: Fünf Pakete aus Schlange A (Seitenaufbau/E-Mail/VoIP) werden übermittelt, danach eines aus Schlange B, (ICQ/IRC) und dann zwei aus Schlange C (Filesharing). Das ist zwar nicht sehr nett dem Kunden gegenüber, entspricht aber der gängigen Praxis mancher Provider.

QoS im Backbone...

Quality-of-Service-Merkmale sind bei den Providern meist nur bei den gehobenen Anschlüssen oder im Business-Bereich separat buchbar. Sinn machen sie besonders dann, wenn es sich um ein "shared Medium" wie Kabel oder Satellit handelt. Bei SkyDSL kann der User beispielsweise entscheiden, welche Prioritätstufe sein Download genießen soll - das kostet allerdings extra.

...und daheim

Im Office-Bereich gibt es schon eine ganze Reihe von Geräten, die Datendienste via QoS priorisieren können. Der Heimnutzer, der den Datenverkehr einer einzigen DSL-Leitung verwalten will, ist dagegen noch auf relativ wenige Produkte angewiesen. Die FRITZ!Box Fon zum Beispiel ist eines davon - sie sichert VoIP-Gesprächen die nötige Bandbreite.

Noch einfacher wäre die QoS-Paketverwaltung mittels einer Software-Lösung. Praktisch gibt es einige Firewalls, mit denen sich QoS-Standards für bestimmte Dienste realisieren lassen, doch sind diese auch eher für Unternehmen gedacht. Lediglich für Linux soll es auch Firewall-Lösungen geben, die für Privatleute erschwinglich sind.