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13.11.2004
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Der Tod des Mediums naht

Email: Schrecken mit Ende oder Ende ohne Schrecken?

Sicherheit

Dabei gibt es zur Zeit zwei Lösungsansätze: Der eine versähe eine Email mit einer elektronischen Briefmarke, die vielleicht einige Cent kosten würde. Das würde dem normalen Email-Nutzer nicht weh tun, der Spammer hingegen, der monatlich Millionen von Emails versenden muss, würde durch eine solche Maßnahme ordentlich bluten. Mit dem Erfolg, dass er den Versand einstellen würde.

Mailen für die Forschung

Das Problem dabei: Auch hier wird das Erfolgsrezept von Email kastriert. So gibt es durchaus Menschen, die nicht bereit sind, eine solche Email-Gebühr zu leisten. Genauso würden auch Unternehmen, die von Haus aus viele Mails verschicken müssen, ein zusätzlicher Kostenfaktor ins Haus stehen, den sie nicht tragen möchten. Also wird dieser Ansatz wohl in einer Schublade verschwinden.

Die zweite Idee: Statt mit echtem Geld soll der Versender mit Rechenzeit bezahlen. Dazu installiert er ein Programm, das in der Lage ist, Rechenzeit an ein gemeinnütziges Programm abzugeben, ähnlich wie beispielsweise der Bildschirmschoner SETI@Home. So würde ein Rechner beispielsweise beim Versand einer Email zehn Sekunden für die Krebsforschung rechnen, Rechenzeit, die jeder PC entbehren kann, außer der eines Spammers, der unter der Last von hunderten Mails am Tag zusammenbrechen würde.

Wieder Gruppenweise ausgeschlossen

Natürlich sind das nur Absender-seitige Abwehr-Maßnahmen. Einen Spammer kümmert so etwas normalerweise wenig. Deshalb sind solche Systeme auch nur in Kombination mit einer Ausschluss-Liste zu verwirklichen. In einem solchen Fall würden alle Emails, die weder eine elektronische Briefmarke, noch das "Ich habe gerechnet"-Zertifikat tragen, vom Mailserver umgehend gelöscht.

Das allerdings schließt wieder die Nutzer von älteren PC-Systemen aus, die noch nicht leistungsfähig genug sind, um in Distributed-Computing-Netzen zu arbeiten. Gerade solche Rechner finden sich oft als minimale Internet-Terminals bei Kindern, Studenten und Rentnern. Auch hier ergibt sich wieder das Problem, dass die Technik einerseits weit verbreitet ist und anders als bei klassischer Email-Kommunikation nicht mehr jeder daran teilnehmen kann.

Besser: Filter einsetzen

Wohl deshalb ist es nötig, sich mit dem Spam- und Viren-Problem zu engagieren. Eine Lösung der momentan ausufernden Problematik von Unsinns-Emails ist wohl noch nicht in greifbare Nähe gerückt: Entweder wird Email unnötig kompliziert oder manche Mitmenschen werden komplett von der Kommunikation ausgeschlossen.

So ist Email ist ein Janusköpfiges Medium: Jeder kann einfach und schnell daran teilnehmen, doch ist das auch genau der Grund, aus dem die Probleme resultieren. Deshalb wird Email eines Tages entweder den Werbetod sterben oder die User lernen, die Gefahren und Belästigungen effizient zu beseitigen, beispielsweise über Filtersysteme. Und die gibt es heute schon in jedem Email-Programm.

Autor/in: (cr)


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