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13.11.2004
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Der Tod des Mediums naht

Email: Schrecken mit Ende oder Ende ohne Schrecken?

Sicherheit

Das Schlüssel-Problem

Zum anderen muss klar erkennbar sein, wer der Urheber einer Nachricht ist. Zwar ist es auch bei der klassischen Schneckenpost nicht schwer, Absender zu fälschen oder einfach weg zu lassen, doch gibt es dort auch normalerweise nicht die allgegenwärtige Bedrohung durch hunderte von Postwurf-Sendungen am Tag. Die Absender-Authentifizierung ist also ein Ziel, das verfolgt werden muss, um dem Spam-Debakel Einhalt zu gebieten.

Doch beide Verfahren, sowohl die Verschlüsselung, als auch die Authentifizierung stellen Anwender wie Entwickler vor große Probleme. Besonders für die Verschlüsselung gibt es Lösungen wie PGP, GnuPG oder S/MIME, die allerdings allesamt einen Nachteil haben: Die Mail ist nur für Personen lesbar, die den entsprechenden Schlüssel besitzen. Denn jede Verschlüsselung ist sinnlos, wenn der Empfänger nicht in der Lage ist, die Nachricht zu öffnen.

Wer war das?

Die Einfachheit des Mediums Email, die auch seinen Erfolg ausmacht, ist also mit der Verschlüsselung vernichtet. So bleibt die Email auch weiterhin unverschlüsselt, obwohl die entsprechenden virtuellen Briefumschläge schon seit geraumer Zeit auf dem Markt sind. Und das auch noch kostenlos.

Ähnlich sieht es mit der Absender-Authentifizierung aus: Hier helfen zwar SMTP-Server, die nur für den Zugriff registrierter Benutzer ausgelegt sind, also Emails nur dann annehmen, wenn vorher, wie beim Abrufen der Mail, Benutzername und Kennwort übermittelt wurden. An der Spam-Problematik allerdings wissen solche Sperren nicht zu rütteln, ein offener SMTP-Server lässt sich auf jedem Computer mit einfachsten Mitteln einrichten, was auch die Computerwürmer der Vergangenheit bereits trefflich bewiesen haben.

Biometrie ohne Alternativen?

Es ist schwer, einen Absender bei elektronischer Post zu verifizieren. Solch ein System müsste vor jedem Mailkontakt überprüfen, ob die Person vor dem Rechner tatsächlich die Person mit der Email-Adresse ist, die in der Mail angegeben ist. Das ist theoretisch, wie bei allen elektronischen Personen-Überprüfungen, nur durch Biometrie möglich. Und wer will sich schon vor dem Versand einer Email erst per Daumenabdruck und Iris-Scan vom Rechner authentifizieren lassen?

Auch hier ergibt sich wieder das Problem, dass eine solche Vorgehensweise das Medium Email unnötig kompliziert. Deshalb haben sich findige Entwickler bei verschiedenen Mailanbietern, darunter auch Microsoft, andere Wege ausgedacht, die nicht Nutzer-basiert sind, sondern einfach den Versand von Massen-Emails verhindern.

500 Jahre Schneckenpost ohne Spam-Problem

Man hat sich überlegt, was in mehr als 500 Jahren Schneckenpost-System den Versand von Werbefluten im Stile von Email-Spam verhindert hat und kam schnell auf die Lösung: Schneckenpost kostet, der Versand von Emails hingegen ist völlig umsonst. Und schon war man der Lösung einen Schritt näher: Man müsste Emails kostenpflichtig machen. Wohl deshalb ist auch das Medium SMS bisher weitestgehend von Spam verschont worden.


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