A/V-Serie: HDTV-Wissen

Was brauche ich um HDTV zu empfangen?

Theoretisch wäre also ein 1080p-Bild, also ein progressiv aufgebauter Bildschirminhalt mit einer Auflösung von 1080 x 1920 das Optimum. Das DVD-Nachfolgemedium "Blu-Ray-Disc" beispielsweise bietet diese Auflösung. Jedoch wäre der finanzielle Rattenschwanz der solch einem Standard zugrunde liegen würde deutlich zu lang. Für die Produktion und das Senden von Bildmaterial müssten Fernsehstudios und Produktionsfirmen in ein völlig neues Equipment investieren. Der typische Feierabend-Fernsehnutzer wird allerdings wohl auch im gut ausgestatteten Heimkino nicht feststellen können, ob gerade 720p oder 1080i über die Mattscheibe flimmert.

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Während man im Audiobereich schon sehr geschulte Ohren braucht um die Klangqualitäten etwa einer DVD-Audio-Scheibe zu erkennen, dürfte es für die Vermarkter von HDTV ein Leichtes sein, die breite Masse von der Qualität der Bilder zu überzeugen. HDTV-Bilder zeichnen sich durch eine außerordentliche Tiefenschärfe und gestochen starke Kontraste aus. Einen kleinen Vorgeschmack auf die Qualitäten von HDTV lässt Microsoft auf der Website www.wmvhd.com zu.

Doch was braucht man um HDTV, eine flächendeckende Ausstrahlung vorrausgesetzt, empfangen zu können? Primär deutet die aktuelle Entwicklung auf eine Ausstrahlung der Inhalte über Satellit hin. Da die Bandbreite der Kabelnetze eingeschränkt, und die zu transportierende Datenmenge enorm groß ist, wird dies wohl vorerst der einzige Weg sein das hochauflösende Fernsehen zu empfangen. Benötigt wird also zunächst mal einen HDTV-tauglichen DVB-S-Receiver. Die Sat-Anlage muss dafür mit einem digitalen LNB ausgerüstet sein welcher auch generell für DVB-Programme nötig ist.

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JVC HV-36P38, HDTV-fähiger Röhrenfernseher

Die Sat-Anlage braucht also nicht großartig umgemodelt zu werden. Beim Anzeigegerät sieht die Sache allerdings schon wieder etwas anders aus. Die meisten Geräte disqualifizieren sich durch einen fehlenden Breitbandanschluss wie YUV oder DVI für eine HDTV-Darstellung. Spielt man sowieso mit dem Gedanken sich ein neues Fernsehgerät anzuschaffen, empfiehlt es sich nach einem LCD- oder Plasmabildschirm Ausschau zu halten. Die Marketingexperten der Hersteller buhlen zurzeit extrem mit angeblicher HDTV-Tauglichkeit um die Gunst der Käufer. Doch Vorsicht - nicht jedes Gerät kann nachher auch tatsächlich hochauflösende Inhalte darstellen.

Nur wer gut informiert ist, hat nachher keinen schwarzen Bildschirm

Erste Vorausetzung für das Fernsehen von morgen ist eine entsprechende Geräte-Elektronik, welche die Informationen an das Panel oder gegebenenfalls an die Röhre weitergeben kann. Nimmt man es genau, müsste ein Display mindestens 1920 x 1080 Bildpunkte darstellen können um sich HDTV-tauglich zu nennen. Die Hersteller arbeiten hier mit einigen "Tricks" um diese Auflösung zu erreichen. So interpolieren viele Geräte einfach die Bildpunkte, rechnen also einfach die geringere tatsächliche Auflösung mittels Software hoch. Dies ist in etwa mit der bekannten optischem/digitaler Zoom-Irreführung bei Digitalkameras zu vergleichen. Entsprechende Geräte sind aber zur Zeit noch extrem dünn gesät. Wem der 720p-Standard vorerst genügt, der findet eine deutlich größere Auswahl passender Geräte.