Was bringt das hochauflösende Fernsehen von morgen?
A/V-Serie: HDTV-Wissen
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Zeit für eine Wachablösung: Kaum eine andere Technik hat sich solange in den Wohzimmern gehalten wie die aus den 50er-Jahren stammenden Fernsehformate PAL und NTSC. Der Nachfolger steht bereits seit 1989 europaweit in den Startlöchern. Nach etlichen Pannen soll das hochauflösende Fernsehen HDTV nun zur Fußball-WM 2006 endlich Realität werden.
Eine EU-Kommission bewilligte im April 1989 die stattliche Summe von damals einer Milliarden Mark zur europaweiten Förderung von HDTV. Unter dem Kürzel D2-Mac wurde versucht, den europäischen Geräte-Herstellern gegenüber der immer mächtiger werdenen Konkurrenz aus Japan den Rücken zu stärken. Doch man setzte auf das falsche Pferd: D2-Mac war nichts Halbes und nichts Ganzes. Als halbdigitaler Standard mit 1250 Zeilen bei 50 Hz, und einer analogen Übertragung musste man sich schnell eingestehen, dass die Technik bereits in der Entwicklungsphase ein alter Hut war.
Nach einer Präsentation von D2-Mac bei den olympischen Spielen in Barcelona, und einem Veto Großbritanniens, wurde die Förderung des Standards im Dezember 1992 komplett eingestellt. Während der Rest der Welt bereits viele Sendungen in hochauflösender Qualität auf der Mattscheibe sieht, ist hierzulande vielen Menschen HDTV noch ein absolutes Fremdwort geblieben.
Die TechnikSchaltet man in Deutschland abends nach der Arbeit den Fernseher ein, baut sich ein Bild mit 576 vertikalen, und 720 horizontalen Linien auf. Dieses wird in der Sekunde 50 mal (50 Hz) wiederholt. Gesendet wird im so genannten Halbbildverfahren (interlaced). Hierbei beschreibt der Elektronenstrahl tatsächlich nur jede zweite Bildschirmzeile mit Informationen. Durch die Bildwiederholungsrate nimmt das menschliche Auge diesen Schwindel aber kaum war.
Bei der Einführung von HDTV wird es ähnlich dem DVD-Plus-Minus-Wirrwarr zunächst verschiedene Standards geben. Verschiedene Studien sagen aber voraus, dass sich in Deutschland wahrscheinlich das 1080i- und 720p-Format durchsetzen werden. Das "i" steht hierbei für "interlaced" und deutet an, dass auch hierbei im Halbbildverfahren gesendet wird. Allerdings bietet die Auflösung von 1080 Zeilen vertikal, und 1920 Linien horizontal dem Auge schon mal deutlich mehr als dies PAL jemals konnte. Das untere Bild zeigt den Vergleich zwischen einem PAL-, und einem HDTV-Bild.
Zeile für Zeile zum perfekten BildAls Alternative zum Interlaced-Verfahren wird es parallel dazu mit dem 720p-Format auch ein Verfahren geben, welches die Bilder Zeile für Zeile auf den Bildschirm bringt. Trotz einer geringeren Auflösung von 720 Zeilen vertikal, und 1280 Linien horizontal, ist ein progressiv aufgebautes Bild, meist angenehmer für die Augen. Studien in den USA und in Deutschland haben ergeben, dass Testpersonen das 1080i-Bild erst mit steigender Displaygröße als angenehmer empfinden. Vorher war von den Testpersonen nahezu kein Unterschied zum geringer auflösenden 720p-Bild auszumachen.
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