Was er bringt, wie er funktioniert und warum er noch nicht da ist
Bitstream-Access: DSL-Anschluss mit Zukunft
DSL-Hardware und Technik
Insgesamt ist das Produkt "T-DSL-ZISP" unter den bestehenden Plattformen die vielversprechendste Variante zur Einführung eines Bitstream-Zugangs. Insbesondere deshalb, weil sich eine schnelle Einbindung in den Breitband-Markt leicht realisieren ließe. Dieses Time-To-Market-Argument ist für die Provider besonders wichtig, um die Vorherrschaft der Telekom brechen zu können.
Die Mitbewerber der Telekom haben mit DSL-Resale bereits jetzt schon die Möglichkeit, Leitungen unter eigenem Namen zu verkaufen - manch einer wird sich fragen, warum das nicht ausreicht. Nun, für den Verbraucher wird das Preisniveau des üblichen T-DSL-Anschlusses niemals unter das der Telekom fallen können. Und die Weiterentwicklung von DSL würde sich ohne Wettbewerb verlangsamen.
Eine Frage der Regulierung
Bereits heute tobt ein Preiskampf zwischen den Providern - das kommt dem Kunden deutlich zugute. Auf lange Sicht werden sich aber nur die größten Provider behaupten können - was der Angebotsvielfalt nicht gerade dienlich ist. Bitstream-Access dagegen würde neue Impulse für den DSL-Markt versprechen. Und damit fällt die Zugangstechnologie in den Zuständigkeitsbereich der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (RegTP).
Schon im März war Matthias Kurth, Präsident der RegTP, sich über die Wichtigkeit des Bitstream-Access im Klaren: "Mittels Resale und Bitstreamaccess wollen wir die Entwicklung zu mehr Wettbewerb im Breitbandmarkt in diesem Jahr weiter fördern. Nur wenn sich im Breitbandmarkt die ausgewogenen Wettbewerbsverhältnissen verstärken, wird die gewünschte Marktdynamik und Innovation entstehen."
Zwar bemüht sich die RegTP, den Bitstrom-Zugang - wie ihn die Behörde liebevoll nennt - zu forcieren, jedoch könnte der für die Provider wichtige Zeitfaktor von den Mühlen der Bürokratie leicht augehebelt werden. Inzwischen haben bei der RegTP auch Kommentierungsverfahren und Workshops stattgefunden, zu einem eindeutigen Beschluss ist man aber noch nicht gekommen.
Wem gehört die letzte Meile?
Die Grundsätze für die Bitstream-Regulierung sind aber einleuchtend: Warum sollte die Telekom als Vermieter für die letzte Meile auftreten, wenn sie diese lediglich verwaltet und instandhält? Gekauft hat sie dieses Netzwerk im eigentlichen Sinne ja nicht vom Staat, sondern eher übernommen. Und was dem Staat gehörte, hat meist der Steuerzahler finanziert.
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