Medizin: Wenn ein Chip durch's Hirn wandert

Richtige oder falsche Zelle?

Allerdings ist das Implantat aufgrund seiner geringen Größe von rund 4 Quadratmilimetern nicht in der Lage, selbst nach den besten Signalquellen zu suchen. Zu diesem Zweck muss der Arzt einen fMRT-Scan mit dem Patienten durchführen. fMRT steht für Funktionelle Magnetresonanztomografie und ist eine Methode, um Erregungsänderungen im Gehirn, zum Beispiel beim Denken, sichtbar zu machen.

Sind die richtigen Stellen gefunden, kann sich der Chip seinen Weg durch das Gehirn bahnen. Das erfolgt völlig schmerzfrei, weil das Gehirn über keine Schmerz-Rezeptoren verfügt. Allerdings empfinde wohl auch die Wenigsten die Vorstellung, dass sich gerade ein winziger Milimeter großer vierbeiniger Chip durch das Gehirn gräbt, als lecker.

Doch die Betroffenen werden das wohl als das kleinere Übel wahrnehmen. Immerhin soll der Chip ihnen bei der Überwindung eines körperlichen Gebrechens helfen: Querschnittlähmung, Blind- oder Taubheit, alles Krankheitsbilder, bei denen bereits heute Mikrochip-Implantate eingesetzt werden.

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Neuronale Kollisionen

Allerdings gibt es auch ein gewisses Risiko: Der Chip soll sich in Nervenbahnen einklinken und nicht die Neuronen zerstören, die Nerven-Knotenpunkte, die im Gehirn etwa den Stellenwert haben, den Backbones im Internet haben: Knotenpunkte, die für eine optimale Verbindung sorgen.

Um die Neuronen allerdings in Ruhe lassen zu können, muss der kleine Krabbler über ein gewisse Sensibilität verfügen. Er misst, während er seine Beine langsam vorschiebt, ständig die elektrische Aktivität. Steigt sie sprungartig an, liegt ein Neuron vor und der Chip macht einen Rückzieher.

Der Mensch: Ein großer Affe

Das System wurde bereits an Affen erfolgreich getestet, allerdings ist das "Microdrive" getaufte Implantat selbst für große Menschenhirne noch zu sperrig. In der finalen Version sollen 100 Elektronen auf wesentlich weniger Fläche für den Computer im Hirn sorgen. Es bleibt zu hoffen, dass sich keine Narben bilden.