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11.11.2004
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Chip-Implantat sucht sich Nervenzellen selbst

Medizin: Wenn ein Chip durch's Hirn wandert

Sicherheit

Implantate im Kopf sind bisher eher Stoff für Science-Fiction und Horrofilme. Da werden sie allerdings sinnvoll genutzt, Leutenant LaForge in Star Trek kann mit ihnen sehen, die Hacker in den Shadowrun-Rollenspielen nutzen sie, um sich an einen Rechner anzuschließen in den Cyberspace abzutauchen.

Technik-Vision mit wahrem Kern

Doch die Technik-Visionen haben einen wahren Kern. So sind bereits Implantate eingepflanzt worden, die Blinde wieder sehen lassen. Zwar sind die Resultate mit dem realen Blickwinkel ungefähr genauso vergleichbar wie die Klötzchengrafik eines Atati 2600 mit den Leistungen einer modernen Grafikkarte, aber es ist immerhin ein Anfang und eine Hilfe für den Betroffenen.

Dummerweise haben die Hirn-Implantate drei große Probleme: Zum einen besteht immer die Gefahr, dass der Fremdkörper sich entzündet. Und eine Hirnhaut-Entzündung ist alles, nur nicht angenehm. Obendrein kann es passieren, dass der Körper das Implantat abstösst.

Abstossung oder Narbenbildung?

Tritt weder Fall 1, noch Fall 2 ein, ist der Patient noch nicht geheilt: Das Implantat wird auch gerne mal vom Körper deaktiviert, indem er um den Fremdkörper Gewebe bildet und die umliegenden Nervenzellen abnabelt. Da die Hirn-Chips mit Nervenzellen kommunizieren müssen, sind sie in einer solchen Situation auf Informationsembargo und damit völlig unnütz.

Um das zu vermeiden, haben sich Wissenschaftler des California Institute of Technology, ansässig im schönen Pasadena, einen Weg ausgedacht, um die Isolation der Chip-Implantate im Körper zu verhindern: Der Chip soll durch das Gehirn wandern und damit den körpereigenen Umfleischungs-Mechanismen zu entgehen.

Funktionsprinzip des Wander-Chips

Das Funktionsprinzip ist simpel: Das Implantat sucht sich die stärksten Nervensignale und bewegt sich dort hin. Dazu wird es innen am Schädel befestigt. Es verfügt über vier Elektroden, die mit Hilfe winziger Elektromotoren in Schritten von einem Mikrometer in vier Richtungen bewegt werden können. So ist das Modul in der Lage, sich regelmässig neue Hirnzellen zu suchen, wenn die alten abgestorben sind.


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