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09.11.2004
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Multiplexe, Datenraten, Empfangsqualität, Receiver, Antennen und EPG

DVB-T: Analoges vs. digitales Fernsehen

Peter Giesecke

Bei der Programmsuche wird der eine oder andere aber stutzen: Radioprogramme werden nicht gefunden. Kabel und Satellit dagegen übertragen durchaus auch Radio. Dass der DVB-T-Receiver aber überhaupt nach solchen Programmen sucht, zeigt, dass dies im internationalen Standard DVB-T auch tatsächlich vorgesehen ist.

Der Grund ist ein politischer: Digitales Radio gibt es in Deutschland schon länger, bekannt unter dem Kürzel DAB - oder auch weniger bekannt, denn dieser Standard hat sich bislang noch nicht durchgesetzt. Digitales Fernsehen und digitales Radio werden in Deutschland aber auch weiterhin getrennte Wege gehen.

Dennoch ist bei DVB-T der Ton nicht unwichtig. Ob zum Fernsehsignal nun Stereo, Mehrkanalton oder Dolby 5.1 übertragen wird, entscheiden die Sender. Da der Ton aber immer auch eine Frage der Bitrate ist, die zur Verfügung steht, wird Dolby 5.1 nur selten gesendet - und auch nur dann, wenn innerhalb eines Bouquets genug Bandbreite zur Verfügung steht.

Fernsteuerung über den EPG

Aber nicht nur mit verschiedenen Tonspuren kann das Fernsehsignal aufgewertet werden. Wurden beim analogen Fernsehen fast immer auch Informationen für den Videotext ins Signal eingeschmuggelt, stehen jetzt mehr Möglichkeiten zur Auswahl.

Zu jedem Programm können Zusatzinformationen übertragen werden, die zum Beispiel für einen Elektronischen Programmführer (EPG) genutzt werden können. Auf diese Weise hat man nicht nur eine Programmzeitschrift direkt auf dem Bildschirm (allerdings in einer sehr abgespeckten Version), darüber lässt sich auch der Videorekorder programmieren - über das Internet sogar aus der Ferne.

Für richtige Multimedia-Dienste auf dem Fernsehschirm gibt es sogar MHP (Multimedia Home Platform), was momentan allerdings nur das ZDF innerhalb seines Bouquets überträgt. MHP wird auch nicht als Zusatzinfo gesendet, sondern belegt einen eigenen Programmplatz. Großes Manko: Es gibt kaum Geräte, die MHP anzeigen können.

Mit dem digitalen Fernsehen DVB-T kommt eine völlig neue Technik zum Einsatz, die das analoge Fernsehen komplett ablöst. Der Zuschauer muss sich allerdings keinen neuen Fernseher kaufen, auch keine neue Antenne, sondern nur einen Receiver, denn es schon für weniger als 100 Euro im Handel gibt. Als Gegenleistung gibt es dann die vierfache Anzahl an Programmen.


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