Anwendung - Verfahren - Alternativen
MP3: Audioformat für die Masse
Christoph Scholl
Historie - MP3 zu visionär?
Bereits vor 20 Jahren hatten Forscher vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen die Idee, Musik über das Telefonnetz zu übertragen. Das Patentamt weigerte sich aber, diese Idee zu patentieren. Die Begründung: Das sei technisch nicht machbar.
Gemeinsam mit Firmen aus der Industrie und der Universät Erlangen entwickelte man am Fraunhofer-Institut ein Audiokompressionsverfahren, was es möglich machte Audiodateien stark zu komprimieren. Diese Technik wurde 1992 vom Moving Picture Expert Group - einem Komitee der internationalen Standardorganisation ISO - als MPEG-1 Audio Layer 3, kurz MP3, standardisiert.
Um ihre Idee bekannt zu machen und damit auch zu vermarkten, stellten die Erlanger eine Demo-Version ihres Encoders ins Internet. Es waren amerikanische Studenten, die als erste auf die Idee kamen, die Titel ihrer Musik-CDs zu komprimieren und über das Internet auszutauschen.
MP3 wird alt - Alternativen?
Selbst die Entwickler des MP3-Formats geben es zu: MP3 nutzt längst nicht alle Möglichkeiten, die eine verlustbehaftete Audiokompression bietet. Auch die uneinheitliche Lösung der ID-Tags und die schlechte Unterstützung von Gapless- Playback sind bei MP3s ärgerlich.
Gapless- Playback ermöglicht den Wechsel von einem Lied zum anderen, ohne das eine Pause zu hören ist. Wichtig wird dieses Feature besonders dann, wenn man sich Musikalben anhört, wo es keine hörbaren Übergänge vom einen Track zum nächsten gibt. Beispiele hierfür sind Konzert-Mitschnitte oder klassische Musik (Opern).
Bessere Kompression - schlechtere Unterstützung
Andere, neuere Formate wollen es besser machen. Das auf MP2-Algorithmen basierende Musepack (früher: MPEGPlus), bietet in Bitraten über 160 kbit/s eine wesentlich bessere Qualitat als das MP3-Format. Ausserdem hat es ein deutlich besseres Tagging-System und unterstützt Gapless-Playback. Man erkennt Musepack-Dateien an den Endungen .mpc oder mp+. Leider wird das MPC-Format derzeit von keinem Hardwareplayer unterstützt.
Auch das Open-Source Projekt OggVorbis (Dateiendung: .ogg) stellt sich in Hörtests, im Vergleich zu MP3, als überlegen dar. Es unterstützt ebenfalls Gapless-Playback und hat ein besseres Tagging-System als MP3. Leider finden auch OggVorbis-Dateien eine eher geringe Unterstützung bei den Hardware-Playern.
Das Verfahren Advanced Audio Coding, dessen .aac-Dateien vorwiegend durch Apples i-Tunes bekannt sind, nutzt ebenfalls einen neueren und besseren Kompressionsalgorithmus als MP3. Es wurde unter anderem im Hinblick auf die Designfehler von MP3 entwickelt. Leider kommt es aufgrund unterschiedicher Industriestandards manchmal zu Kompatibilitätsproblemen. Sowohl das Tagging, als auch Gapless-Playback können bei AAC problematisch sein.
| Fakten zu MP3 | |
|---|---|
| Komplette Bezeichnung | MPEG 1/2 Layer 3 |
| Entwickler | Fraunhofer/Thomson/AT & T |
| Bitraten von bis | 64 - 320 kBit/s |
| Variabel/Konstant | x/x |
| Verhältnis zu WAV | 1:8 (128 kBit/s) |
| Empfohlene(r) Encoder | LAME |
| Verbreitungsgrad | hoch |
| Unterstützte Musikdienste | Finetunes, Weblisten, AllofMp3, eMusic |
| Hardwareunterstützung | Alle Audioplayer, bis auf alte Sony-Geräte |
| Verfügbare Anleitungen | Tutorial: Exact Audio Copy Tutorial: The Godfather - die All-in-One-Lösung Tutorial: Foobar 2000 - der Alleskönner Tutorial: Foobar 2000 - weitere Funktionen |
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