Anwendung - Verfahren - Alternativen
MP3: Audioformat für die Masse
Christoph Scholl
Man kann bei LAME zum Beispiel verschiedene Presets wählen, welche sich an unterschiedlichen Bitraten orientieren. Die Bitrate (kbit/s oder kbps) gibt an, wieviel Speicherplatz jeder Sekunde Musik in der MP3 zugesprochen wird. Neben einigen anderen Kriterien ist die Bitrate eine der wichtigsten Faktoren für die Qualität von MP3-Dateien.
VBR - Bessere Qualität bei kleinerer Dateigröße
Zu beachten ist hierbei, dass die ausgewählte Bitrate nur ein Durchschnittswert ist. Die wirkliche Bitrate kann durchaus variieren, da der LAME-Encoder variable Bitraten einsetzt. Das heißt, jeder Sekunde Musik wird nur soviel Speicherplatz zugeordnet, wie benötigt wird. Bei einer Musikpassage mit nur wenigen Instrumenten und relativ geringer Dynamik wird dabei eine kleinere Bitrate verwendet als in einem Musikteil mit vielen Instrumenten und hoher Dynamik.
Durch dieses VBR-Verfahren (VBR = variable Bitraten) wird ein besseres Verhältnis zwischen Dateigröße und -qualität geschaffen. Würde die Bitrate im ganzen Musikstück konstant bleiben, würden manchen Teilen des Musikstücks zu wenig, anderen Teilen zuviel Speicherplatz zugesprochen.
Tagging und DRM - MP3s speichern nicht nur Musik
Mit Tags kann man verschiedene Zusatz-Informationen wie zum Beispiel Künstlername, Titel und Album in einer Musikdatei speichern. MP3-Dateien unterstützten drei verschiedene Tag-Formate: ID3v1, ID3v2 und APEv2. Das Tagging ist bei MP3s jedoch nicht standardisiert worden. Deshalb kann es vorkommen, dass einige Soft- und Hardware-Player den einen oder anderen Tag nicht auslesen können. Im schlimmsten Fall kann sogar der gesamte Titel nicht mehr wiedergegeben werden.
Es können jedoch nicht nur Informationen zum jeweiligen Titel in einer MP3 gespeichert werden. Das Fraunhofer-Institut arbeitet an einer neuen MP3-Version die auch ein DRM(Digital-Rights-Management)-System enthalten soll. Damit sollen Urheberrechtsverletzungen, vor allem durch Tauschbörsen, eingedämmt werden.
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