Anonym Surfen via Proxy-Server

Moderne Proxy-Dienste

Im Zeitalter der Breitband-Anschlüsse werden Proxys für solche Dienste kaum noch benötigt. Stattdessen wird ein Nebeneffekt genutzt, der beim Surfen über einen Proxy auftrat: Da es keine direkte Kommunikation vom User mit dem Webserver gab, wurde der User automatisch anonymisiert. Der Webserver wusste: "Aha, Proxy greift zu", aber welcher User die Anfrage gestartet hatte, blieb im Dunklen.

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Daher dienen Proxy-Server heutzutage fast nur noch der Anonymisierung und Filterung des Internet-Verkehrs. Filterung deshalb, weil der Proxy natürlich wie eine Firewall dazu gebracht werden kann, unangenehmen Content auszufiltern. Würde man beispielsweise einen Proxy von Coca-Cola nutzen, könnte es passieren, dass man die Pepsi-Website darüber nicht aufrufen kann. Das ist natürlich ein krasses Beispiel, im Idealfall werden nur beispielsweise jugendgefährdende Seiten ausgefiltert, womit sich ein Kinderschutz-Proxy-Dienst für junge Eltern anbieten würde.

Proxy-Einstellungen richtig nutzen

Jedes Online-Programm enthält die Möglichkeit, einen Proxy-Server einzurichten und zu nutzen. Dadurch wird der Verkehr mit dem Netz weitestgehend anonymisiert, allerdings mit einigen Nachteilen: Programme, die eine direkte Kommunikation voraussetzen, laufen schlecht oder garnicht, außerdem neigen Proxys inzwischen dazu, der Verkehr eher zu verlangsamen als zu beschleunigen.

Und noch ein Nachteil: Muss man sich zur Benutzung eines Proxy-Dienstes anmelden, gibt es immer das Risiko, dass der Proxy-Betreiber mitschreibt, welche Seiten aufgerufen wurden. Das ist zwar weniger relevant für die Strafverfolgung, kann aber im Zweifelsfall dafür sorgen, dass der Proxy-Betreiber sich perfekt über das Surf-Verhalten eines Nutzer informieren kann.

Datenweitergabe - oder nicht?

Strafrechtlich sind deutsche Proxy-Betreiber zwar gezwungen, Daten an Ermittlungsbehörden weiterzugeben, allerdings kann sie niemand dazu zwingen, Daten zu erheben. Dadurch entsteht eine gewisse rechtliche Lücke: Wenn ein Proxy-Anbieter keine Daten erhebt, muss er sie auch nicht preisgeben, somit sind ernsthafte Proxy-Anbieter immer frei von Datenspeicherung.

Ein gutes Beispiel für einen Proxy-basierten Anonymisierdienst ist JAP der technischen Universität Dresden. Ob und wie sicher der Browser ohne Verwendung eines Proxys ist, lässt sich beim Browsercheck überprüfen. Gute Reise!