Helfen Proxy-Server gegen das böse Internet?
Sicherheit: Anonym Surfen via Proxy-Server
Im Internet ist jeder anonym unterwegs - eine gängige Fehlannahme. Denn das Internet ist ein Netzwerk, genau wie das, was man beispielsweise im Büro oder zuhause hat, nur eben wesentlich größer. Und wer jemals so ein Netzwerk eingerichtet hat, weiß, dass für eine funktionierende Kommunikation zumindest IP-Adressen nötig sind.
Inhaltsverzeichnis
- 1Dynammische Adressen bieten keine Sicherheit
- 2Uhrzeit + IP = sichere Identifizierung
- 3Router keine Hilfe
- 4Unsichere Kommunikation dank IP-Adressen
- 5Geschichte des Proxys
- 6Moderne Proxy-Dienste
- 7Proxy-Einstellungen richtig nutzen
- 8Datenweitergabe - oder nicht?
Genau diese IP-Adressen sind es, die es schwer machen, anonym im Netz unterwegs zu sein: Genau wie bei ISDN- und Handy-Telefonaten wird der Gegenstelle die "Rufnummer" in Form einer IP-Adresse übermittelt. Mit dem Unterschied, dass man die IP-Adresse nicht mit Hausmitteln ausschalten kann.
Dynammische Adressen bieten keine Sicherheit
Normalerweise setzen Provider dynamische IPs ein. Das bedeutet, dass der User bei jeder Anwahl eine neue IP-Adresse erhält, mit der er mit der Gegenstelle, also einer Website, kommunizieren kann. Diese IP-Adressen werden bezogen auf den Benutzernamen beim Provider gespeichert, mindestens einen Monat lang.
Obendrein sind die IP-Adressen nicht nur eine kryptische Nummern-Kette in der Form 192.168.35.45, wie im lokalen Netz, nein: Der Provider gibt auch noch weiter, dass der Surfer von seinem Dienst kommt. Die Website erhält also die IP und den Provider in der Form 192.168.35.45@t-online.de oder ähnlich, nach dem "@" steht der Provider.
Uhrzeit + IP = sichere Identifizierung
Mit diesen Informationen und der dazugehörigen Uhrzeit kann der Besitzer der Gegenstelle, sei es der Betreiber einer Website, der Chat-Partner oder ein Ermittler in einer Tauschbörse, theoretisch beim Provider herausfinden, wer zu diesem Zeitpunkt der Besitzer der IP war. Zugriff auf diese Daten müssen die Provider allerdings nur Ermittlungsbehörden erlauben, andere müssen entweder zahlen oder bekommen keine Auskunft.
Auf diese Weise konnten die Scanner der Plattenfirmen zum Beispiel Tauschbörsen-Nutzer dingfest machen und Anzeige gegen sie erstatten. Denn auch in Tauschbörsen und bei jeder anderen Form der Netzwerk-Kommunikation muss die IP-Adresse preisgegeben werden, nicht nur beim Websurfen.

Abmahn- und Klagewellen der Unterhaltungsindustrie überziehen nach einem Rundumschlag in den USA auch Europa. Doch P2P-Nutzer haben durchaus Möglichkeiten, gegenzusteuern: Beim anonymen Filesharing kann die eigene Identität in Tauschbörsen so weit verschleiert werden, dass die eigene IP-Adresse nicht ins Visier genommen werden kann.
Das Internet ist für deutsche Nutzer an manchen Stellen nicht so frei, wie sie es gern hätten: Interessante Inhalte sind US-Bürgern vorbehalten, Websites werden immer auf die deutsche Präsenz umgeleitet. Netzwelt zeigt, wie Sie dem Netz nicht ins Netz gehen.




