IFPI möchte Privatkopien stark einschränken
Mitschneiden vom Internetradio verboten?
Unterstellt wird damit, dass illegales Handeln bereits in der Natur des Musikhörers liege und die mangelhafte Technik ihn bisher davon abgehalten habe. Gebhardt weiter: "Die Regelungen der Privatkopie werden immer stärker ausgenutzt." Was hier der Vorsitzende der deutschen IFPI-Sektion für Ausnutzung hält, ist aber einfach nur geltendes Recht.
Der Löwe brüllt, was soll er auch anderes machen? Als Lobbyverband verfolgt die IFPI natürlich eigene Interessen. Nachdem mit dem neuen Urheberrecht digitale Kopien von Musik fast unmöglich gemacht wurden, sind natürlich Wege gefunden worden, um vom Recht auf eine Privatkopie Gebrauch zu machen: analog und legal. Oder alternativ: der digitale Mitschnitt von Liedern im Internetradio.
Gerade letzteres ist Gebhardt ein Dorn im Auge. Insbesondere Programme, wo sich gezielt die Lieder, die man sucht, mitschneiden lassen. Natürlich legal, aber zum Missfallen der Musikindustrie. Gehardt hält solche Sender, bei denen die Hörer das Programm beeinflussen können, und Mehrkanaldienste, bei denen Endlosschleifen wiederholt werden, nicht einmal mehr für Radio.
Und wozu das Ganze? Auch hier weiß Gebhardt die Antwort: "Damit die Musikwirtschaft auch in Zukunft in funktionsfähigen Märkten agiert." Aber wann und wie ein Markt funktioniert, entscheidet immer noch der Markt selbst in einem Rahmen, den der Gesetzgeber vorgibt, sicherlich aber nicht einseitig die Industrie.
