RFID: Funkchips bald in Reisepässen?

Nicht zu entziffern - oder?

64 Kilobit an Daten können dann fast unbemerkt vom Besitzer den Besitzer wechseln. 8 Kilobyte, das sind in Textform genug Daten, um viel über den Inhaber des Passes herauszufinden. Und diese Informationen können aus Entfernung ausgelesen werden, auch wenn eigentlich geplant ist, schwache Chips zu verwenden, die die unmittelbare Nähe zum Lesegerät benötigen.

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Nach Angaben der Hersteller soll aber die Sicherheit der RFID-Pässe an erster Stelle stehen: Die Chips sollen 10 Jahre halten und via digitaler Signatur für Unbefugte nicht zu entziffern sein. Infineon spricht von 50 Sicherheitsmechanismen, alle auf ein und demselben RFID-Chip. Nur: Wenn der Sicherheitsbeamte die Daten auslesen kann, ist mit Sicherheit nicht ausgeschlossen, dass auch Unbefugte Zugriff erhalten.

US-Datenschützer sehen die Sache genauso und haben bereits die UNO alarmiert, um der ausufernden Missachtung von Persönlichkeitsrechten Einhalt zu gebieten. Die Erfolgsaussichten allerdings sind mau, weil es sich ja bei den Funkchips nicht um direkte Eingriffe in Menschen- oder Bürgerrechte handelt: So einen Pass kann man, außer man möchte das Land wechseln, ja gerne zuhause lassen.

Unklarer Zweck

Allerdings ist unklar, warum die US-Regierung sich ausgerechnet die RFID-Technik zur Verwirklichung der Biometrie im Reisepass ausgesucht hat. Denn ob die Daten nun mit einem elektronischen Gerät gescannt oder vom Kontrolleur manuell anhand der Passnummer überprüft werden, ist Jacke wie Hose. Das legt nahe, dass es sich bei der RFID-Implentierung tatsächlich um Spionage-Ansinnen handelt.

Zumal der Bürger kaum überprüfen kann, was für ein Chip sich nun genau im Pass-Einband befindet, ohne den Pass zu zerstören. Der Einband jedenfalls ist groß genug, um auch wesentlich stärker funkende Chips beherbergen zu können. Obendrein gibt es auch keine Garantie für die Sicherheitsbehörden, denn genau wie die klassischen analogen Pässe lassen sich auch digitale Passdaten theoretisch fälschen.