US-Regierung setzt auf geprächige Halbleiter

RFID: Funkchips bald in Reisepässen?

Biometrie in Reisepässen - ein Thema, das Datenschützer auf die Barikaden treibt. Dabei ist für die Behörden ein leichtes, Datenschützer noch mehr zu ärgern. Beispielsweise mit dem Einbau von RFID-Chips im Pass, die wiederum die Merkmale speichern. Unangenehm? Natürlich. Und die USA machen's vor.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Deadline kann nicht gehalten werden
  2. 2Datenschleuder Pass-Umschlag
  3. 3Nicht zu entziffern - oder?
  4. 4Unklarer Zweck

Bis zum Jahr 2005 möchte die US-Regierung eine Millionen RFID-Pässe an die Bevölkerung ausgeben. Vorher sollen jedoch bereits Regierungsangehörige in den zweifelhaften Genuss der neuen Pässe kommen. Ab 2006 sollen nach und nach alle Pässe mit den Funkchips ausgestattet werden. Das Problem dabei: Mit der Entwicklung der Technik wurde noch nicht einmal begonnen.

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Deadline kann nicht gehalten werden

Bisher steht nur eine Ausschreibung offen, auf die sich Chiphersteller aus aller Welt beworben haben, darunter der deutsche Hersteller Infineon. Alle sind sie scharf darauf, den profitablen Auftrag auszuführen, dummerweise hat sich die Pass-Behörde bisher nicht entscheiden können. So verzögert sich die Technik und die inzwischen nur noch 14 Monate entfernte Deadline rückt immer näher. Der Termin kann vermutlich nicht eingehalten werden, das ließen sogar Regierungskreise verlauten.

Doch es gibt noch andere Probleme mit den RFID-Tags im Pass. Denn die Funketiketten lassen sich, nur stark genug induziert, auch aus der Ferne auslesen. Wobei "Ferne" wohl relativ ist, aber selbst zwei oder drei Meter reichen im Zweifelsfall, um Staat und Unternehmen grandiose Spionage-Möglichkeiten zu eröffnen.

Datenschleuder Pass-Umschlag

Denn der RFID-Chip, der in den Umschlag des Passes eingearbeitet werden soll, enthält neben der Passnummer und anderen logistischen Angaben auch sämtlich sonst auf dem Pass angegebenen Daten zuzüglich der Informationen über körperliche Merkmale, also Fingerabdrücke, Iris und im Zweifelsfall sogar besondere Kennzeichen.