Spam kostenlos auffangen, lesen und trotzdem vermeiden
Mailinator.com: Spam-Fänger der anderen Art
Newsletter, Gewinnspiele und Newsgroups sind die größten Spam-Verursacher überhaupt. Selbst die neuste Email-Adresse ist binnen weniger Tage Spam-Opfer. Wäre es da nicht prima, wenn man eine völlig anonyme Email-Adresse hätte, die jederzeit für den Empfang genutzt werden kann, und das auch noch kostenlos?
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Microsoft verklagt Spam-Terroristen
Eine Millionen Spam-Nachrichten am Tag. Das ist nicht der Posteingang von Microsoft-Gründer Bill Gates, nein: So viele Nachrichten hatte ein israelischer Spammer täglich ins Internet abgefeuert. Microsoft fand das nicht sehr witzig und hat Klage eingereicht.
Inhaltsverzeichnis
- 1Anonyme Mail-Sammelstelle
- 2Phantom-Adresse gegen Spam-Attacken
- 3Besser als gefälschte Mailadressen
- 4Jeder kann mitlesen
- 5Keine Anhänge, keine Features
- 6Ideal für Usenet-Nutzer und Filesharer
Mailinator.com ist ein solcher Dienst. Spam-Bots flanieren durch das Usenet und sammeln eMail-Adressen, die Newsletter- und Gewinnspiel-Anbieter verkaufen die Adressen an Adresshändler, die sie ihrerseits meistbietend an Spammer verramschen. Mailinator stellt für solche Zwecke eine Mailadresse bereit, völlig ohne Anmeldung oder Hightech-Ramsch wie POP3 oder IMAP. Dafür aber auch ohne Anmeldung: Kein Login, kein Passwort.
Anonyme Mail-Sammelstelle
Ohne Anmeldung? Wie soll das denn gehen? Ganz einfach: Mailinator fängt sämtliche Emails @Mailinator.com auf, sortiert sie in die richtige Mailbox ein und erlaubt es jedem, diese Mails zu lesen: Dazu muss auf der Startseite nur die Mailadresse eingegeben werden, die man sich für Mailinator ausgedacht, zum Beispiel Karl.Mueller@Mailinator.com, um die Inbox zu lesen. Die Adresse ist aktiv, sobald die erste Mail dort eintrudelt.
Der Witz dabei: Da es sich bei der Mailinator-Adresse um eine reine Spam-Sammeladresse handelt, benötigt man keine spezielle Adresse, man kann jede beliebige Buchstaben- und Zahlenkombination eingeben, um sie beispielsweise im Usenet zu benutzen. Es ist auch völlig gleich, ob diese Kombination bereits von jemand anders genutzt wird, dann landet eben die doppelte Menge Spam in der Inbox.
Phantom-Adresse gegen Spam-Attacken
Dabei bietet Mailinator.com auch keine Möglichkeit, auf eingegangene Emails zu antworten oder Mails zu versenden. So gesehen ist die Mailinator-Adresse eine Art Phantom-Adresse, die irgendwie da ist, aber irgendwie auch nicht. Und weil das Ganze völlig anonym ist, kann auch kein Spam-Bot oder Adressen-Händler jemals darauf schließen, wer die Adresse benutzt.
Also noch einmal: Buchstabenkombination ausdenken, für Newsletter, Gewinnspiele und das Usenet angeben, einmal pro Tag auf Mailinator.com reinschauen, ob sich möglicherweise eine sinnvolle Nachricht in die Box verirrt hat. Seitens Mailinator ist keine Antwort möglich, die müsste also per echtem Email-Account erledigt werden. Die Nachrichten in den Inboxen werden automatisch nach einigen Stunden gelöscht und sind damit für alle Zeiten im Email-Nirvana verschwunden. Der Betrachter allerdings kann sie nicht selber löschen.
Besser als gefälschte Mailadressen
Der Sinn von Mailinator.com ist einfach: Zum einen wird das richtige Postfach, zum Beispiel bei GMX, Hotmail oder Google von harten Spam-Attacken verschont, zum anderen werden die Datenbanken der Spammer mit gigantischen Mengen von sinnlosen Adressen geflutet und damit völlig wertlos.

Die deutschen Internetnutzer besitzen einer Umfrage zufolge im Schnitt drei private E-Mail-Adressen. Sieben Prozent verwenden sogar mehr als fünf private E-Mail-Adressen, wie aus einer Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien hervorgeht.




