ISP-Gate: Kleine Fische ganz groß

ISP-Gate: Kleine Fische ganz groß

Stattdessen schickt der T-Backbone die Daten unwiderbringlich an den Ort, wohin sie der Internet-Provider bestellt hat: In Mikes Fall wäre das Köln. Dort übernimmt der ISP-eigene Backbone den Datenverkehr und entscheidet über das weitere Geschehen: Befindet sich die Zieladresse des Paketes im Telekom-Netz, wird es in Köln sofort wieder in den Telekom-Backbone übergeben.

Handelt es sich aber beispielsweise um eine E-Mail mit den Bildern der letzten Studenten-Party, die Mike an seine im Auslandssemester befindliche Komillitonin verschicken möchte, übergibt der ISP-eigene Backbone die Daten in Frankfurt an den DE-CIX zur Weiterleitung in die USA.

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ISP-Gate: Vorteile und Nachteile

Hat ein Provider ein ISP-Gate bei der Telekom, spart er eine Menge Kosten, was die eigene Infrastruktur betrifft: Ab dem Gate ist die Telekom für Wartung und Betrieb des Netzes zuständig. Dafür verlangt die Telekom aber Gebühren für die Datenübergabe am Gate - und die muss der Provider gleich zweimal bezahlen, wenn sich sowohl Quell- als auch Zieladresse im Netz der Telekom befinden.

Problematisch wird es auch, wenn der Server am Gate überlastet oder gar ausgefallen ist - dann gucken die Kunden des ISPs buchstäblich in die Röhre. Ein zweites Gate ist zwar möglich, jedoch auch wieder mit entsprechenden Anschlusskosten verbunden. Und selbst wenn alles problemlos läuft, ist eine Verbindung von Nachbar zu Nachbar über ISP-Gate mit hohen Laufzeiten (Ping) verbunden.

Nicht das Maß aller Dinge

ISP-Gate ist eine weit verbreitete Anschluss- und Abrechnungsart, und eine beliebte noch dazu: Der Provider kann mit einem eigenen Backbone werben, und beim Endkunden entsteht durch das Tunneln der Eindruck, direkt an die Infrastruktur des Providers angeschlossen zu sein. Durch das Tunneln sind nämlich Absender, Adressat und Dienst nach außen hin nicht erkennbar.

Neben ISP-Gate gibt es noch weitere Möglichkeiten für Provider, auf das Telekom-Netz zurückzugreifen: Z-ISP und Online-Connect. Mit Einführung der Bitstream-Technologie könnten Z-ISP und ISP-Gate möglicherweise verschwinden. Denn wenn das Monopol der Telekom auf die "letzte Meile" vollständig gefallen ist, werden den Providern günstigere Abrechnungsarten zur Verfügung stehen. Erklärungen zu den Alternativen von ISP-Gate folgen in Kürze.