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16.10.2004
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Das Ende der Definitionslücke

Hacker, Cracker, Script-Kiddie: Eine Begriffserklärung

Sicherheit

Crack, Cracker, Crackest

Was dabei herumkommt, dürfte inzwischen jedem Windows-Nutzer bekannt sein: Würmer, Viren, Trojaner, oft genug auch Dialer, "Hackertools" und anderer unnötiger Unsinn, der PC-Nutzern den Schweiss auf die Stirn treibt. Das Gefährliche dabei: Im Gegensatz zu Crackern sind Script-Kiddies meist unerfahren und unbegabt genug, nicht zu wissen, was genau sie da in die Welt setzen, Hauptsache, sie können sich wie die größten Hacker fühlen.

Dabei gehen sie immer nach dem gleichen Schema vor: Die begabteren unter ihnen sind für leckere Goodies wie Virenbaukästen, Portscanner und ähnliches verantwortlich, die dann ins Netz gestreut werden. Diese werden von den Script-Kiddies dann benutzt, um stümperhafte Malware zusammenzuzimmern.

Sasser-Freuden

Ein klassisches Beispiel hierfür ist der Wurm Sasser, obwohl der wohl größtenteils aus eigener Werkstatt stammte: Der Autor Sven Jaschan wusste von der Sicherheitslücke im Windows-Dienst LSASS.exe, programmierte Sasser und schickte ihn auf große Reise.

Binnen weniger Tage war die halbe Computerwelt infiziert und der damals 18-jährige Jaschan stand da wie der Ochs' vorm Berg und verstand erst langsam, was er da angerichtet hatte. Dabei war Sasser derart schlecht programmiert, dass er sich nicht bloss, wie geplant, auf dem Rechner einnistete, sondern Windows zum Absturz brachte. Dadurch kamen binnen weniger Tage gigantische Schadensummen zustande.

Krieg der pubertären Computer-Freaks

Ebenfalls aus Jaschans Feder: Der Wurm Netsky. In einem pubertären Anfall von Größenwahn entfachte er mit den Machern anderer Würmer wie MyDoom und Bagle einen Krieg, der in einem gegenseitigen Wettrüsten endete. Der Frühling 2004 war gekennzeichnet von einer sich immer schneller drehenden Spirale der Wurmentwicklung, zum Teil mehrmals täglich kamen neue Varianten von Netsky und Bagle auf, die im Quelltext Angriffe auf die Programmierer der jeweils anderen Würmer trugen und sich sogar gegenseitig vom Rechner entfernten.

Der Leidtragende war, wie sooft in kriegerischen Auseinandersetzungen, der unschuldige Dritte, in diesem Fall der Anwender. Der durfte sich tagtäglich mit neuen Updates seiner Antiviren-Software herumärgern, um einen Wurmbefall zu verhindern. Oft genug waren die Signaturen der Antiviren-Tools aber schon wieder veraltet, wenn sie zum Download angeboten wurden.

Script-Kiddies: Die wahre Bedrohung

Das große Problem bei den Script-Kiddies ist, dass sie völlig planlos arbeiten. Ihnen geht es weder um die Hackerethik, noch um den gezielten Diebstahl von Informationen wie den Crackern. Ein Script-Kiddie ist, im wahrsten Sinne des Wortes, ein vagabundierender Halbstarker, der aus Langeweile Vandalismus betreibt.

Damit ist das Script-Kiddie allerdings von allen Code-Fummlern der gefährlichste: Es ist meist völlig unbegabt, verantwortungslos und launisch, dadurch unberechenbar und völlig frei von Moral und Ethik, zumindest in Hacking-Fragen. Script-Kiddies sind die wahre Bedrohung für das Internet und jeden Computer-Nutzer. Aber weil das Wort so unpraktisch ist, greift man dann doch lieber auf den Begriff "Hacker" zurück.

Autor/in: (cr)


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