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16.10.2004
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Das Ende der Definitionslücke

Hacker, Cracker, Script-Kiddie: Eine Begriffserklärung

Sicherheit

Hackerethik

Um den Missbrauch ihrer Kenntnisse zu verhindern, haben sich die Hacker einer selbsterstellten Hacker-Ethik unterworfen. In acht Punkten wurde so festgelegt, was ein Hacker tun darf und was nicht, die meisten Hacker halten sich an diese acht fast biblisch anmutenden Gebote:

  • Der Zugang zu Computern und allem, was einem zeigen kann, wie diese Welt funktioniert, sollte unbegrenzt und vollständig sein.
  • Alle Informationen müssen frei sein.
  • Misstraue Autoritäten - fördere Dezentralisierung.
  • Beurteile einen Hacker nach dem, was er tut und nicht nach üblichen Kriterien wie Aussehen, Alter, Rasse, Geschlecht oder gesellschaftlicher Stellung.
  • Man kann mit einem Computer Kunst und Schönheit schaffen.
  • Computer können dein Leben zum Besseren verändern.
  • Mülle nicht in den Daten anderer Leute.
  • Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen.

Cracker und Script-Kiddies

Doch wenn der Hacker nicht der Böse ist, wer ist es dann? Wer sind die Jungs (und manchmal auch Mädels), die an Ihre Daten wollen, die Sie dazu zwingen, Firewalls einzusetzen, die Viren und Würmer schreiben und als einziges Ziel haben, Chaos zu stiften? Die Antwort ist einfach: Man nennt sie Cracker und Script-Kiddies.

Beginnen wir einmal mit den Crackern. Ein Cracker tut im Grunde das gleiche wie ein Hacker, allerdings durchaus mit kriminellem Antrieb. Sein Begriff von Informationsfreiheit ist wesentlich weiter gesteckt als der des Hackers, er möchte eine Art Computer-Anarchie und pfeift auf die Hacker-Ethik. Dabei überschreitet er oft genug die Grenzen des Urheberrechts und besorgt sich Informationen, die weder ihn, noch die Öffentlichkeit zu interessieren haben.

Dorn im Fleisch

Ist der Hacker der Samariter unter den Programmierkünstlern, ist der Cracker der Pharisäer, der Dorn im Fleisch von Softwarekonzernen und Sicherheitsexperten. Dabei ist sein Können dem des Hackers ebenbürtig, der Unterschied ist eigentlich nur, dass der Cracker auch gerne mal seine eigenen kommerziellen Interessen bei der Arbeit in den Vordergrund stellt.

So ist es der Cracker-Szene zu verdanken, dass die Tauschbörsen dieser Welt voll mit gecrackter Software sind. Der Cracker hat zu diesem Zweck das Urheberrecht missachtet, sich des Quellcodes bemächtigt und den Kopierschutz entfernt. Auch No-CD-Patches, also kleine Tools, die beispielsweise ein Spiel dazu bringen, ohne eingelegte CD zu laufen, sind das Werk von Crackern.

Firewall kein Hindernis

Diese Form der Kopierschutzentfernung wird zwar auch gerne von legalen Käufern eines Programms in Anspruch genommen, erhöht sie doch die Lebensdauer von CD- und DVD-Laufwerken maßgeblich. Allerdings sind solche Patches höchstgradig illegal, weil sie, entgegen der Urheberrechts-Bestimmungen, einen Eingriff in den Quellcode darstellen.

Auch so feine Dinge wie das in den Medien gerne den Hackern angehängte Eindringen in fremde Computersysteme, um Daten oder Rechenleistung zu stehlen, gehen auf das Konto der Cracker. Deshalb auch die Not, Firewalls zu benutzen, auch wenn die für viele Hacker im Zweifelsfall kein Hindernis darstellen, weil sie oft genug schlecht eingerichtet sind.

Das Crux mit der Namensgebung

Um eine Verwechslung mit Crackern auszuschließen, neigen Hacker inzwischen dazu, sich andere Namen zu geben, zum Beispiel Geek oder Nerd. Auch, um den in den Medien meist negativ behafteten Begriff "Hacker" los zu werden. Denn auch in den Medien wird der Hacker gerne mit einem Cracker oder sogar Script-Kiddie gleichgesetzt.

Script-Kiddies sind der Abschaum der Hacker-Szene. Meist handelt es sich dabei um Cracker, allerdings mit nur geringen Programmierkenntnissen. Es sind meist kleine, pubertierende Jungs, die unter Hacken vor allen Dingen verstehen, Dinge zu manipulieren und zu zerstören. Wie ein James-Bond-Fiesling sitzen sie in ihren abgedunkelten Zimmern und denken sich: "Wenn schon die Mädchen keine Notiz von mir nehmen, dann doch wenigstens die Welt!"


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