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16.10.2004
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Das Ende der Definitionslücke

Hacker, Cracker, Script-Kiddie: Eine Begriffserklärung

Christian Rentrop

Für die einen sind sie die wohl coolsten Typen im Internet, für die anderen das fleischgewordene Böse und eine Bedrohung für das Internet. Die Rede ist Hackern, Crackern und Script-Kiddies, Begriffe, die gerne mal in der Schattenwelt zwischen Umgangssprache und Fachpresse durcheinander geschmissen werden. Dabei ist die Zuordnung eigentlich überhaupt nicht so schwer.

Exzellente Tools aus Hacker-Feder

Die Fachwelt nämlich unterscheidet die drei Arten der Code-Könige streng voneinander. Sie sind nicht nur unterschiedlich orientiert, nein, sie spielen sogar in unterschiedlichen Ligen, was die Qualität ihrer Arbeit angeht. Doch beginnen wir einfach mit einer Frage zum Aufwärmen und um die Verwirrung komplett zu machen.

Wem haben Sie exzellente Programme wie Linux, Firefox und andere Open-Source-Klassiker zu verdanken? Wer jetzt laut "Programmierer" schreit, sollte sich die Eselsmütze auf den Kopf setzen und in die Ecke stellen, um nochmal eine halbe Stunde drüber nachzudenken. Tatsächlich sind nämlich Hacker diejenigen, die derartige Software vorwärts bringen.

Auf der Suche nach Verständnis

Wie? Sie glauben das nicht? Die Verrückten, die im Film gerne mal in Regierungs-Rechner eindringen und für Chaos sorgen, sollen für gute Software verantwortlich sein? Ehe Sie jetzt mit einem lauten "Pfui Geier" sämtliche Open-Source-Software von ihrem Rechner verbannen, sollten Sie vielleicht wissen, dass der Begriff "Hacker" die wohl größte Auszeichnung ist, die es in der Programmierwelt gibt.

Ein Hacker, das ist jemand, der sich den Sinn von Systemen erschliesst, um sie zu verstehen. Dazu muss er sie natürlich erst einmal zerlegen - eine Vorgehensweise, die gerade Software-Konzernen ganz bitter aufstösst. Der echte Hacker schert sich nicht um Sicherheitsmaßnahmen, wird von ihnen sogar angezogen wie die Motte vom Licht, weiß er doch: Je strenger die Sicherheitsvorkehrungen, desto interessanter sind die Informationen dahinter.

Erbauen, nicht zerstören

Dringt ein Hacker in fremde Systeme ein, möchte er damit Gutes tun. Er hat rechtsschaffende Absichten, zum Beispiel möchte er die Sicherheit der persönlichen Daten in Regierungsdatenbanken testen oder nach Windows-Lücken suchen. Oder er versucht, sich Informationen zu beschaffen, die seiner Meinung nach der Öffentlichkeit zugänglich sein sollten, obwohl die Besitzer dieser Infos da anderer Meinung sind.

Der Hacker möchte nicht zerstören, sondern verstehen, um es besser zu machen. Linus Torvalds, der Erfinder des Linux-Betriebssystems versteht sich beispielsweise als Hacker, ohne dabei rot zu werden. Für ihn ist es eine Ehre, wenn er von Kollegen als Hacker bezeichnet wird und das, ohne jemals aktenkundig Computerkriminalität begangen zu haben.

Unix nachprogrammiert

Stattdessen hat er das klassische Unix-Betriebssystem von Grund auf neu programmiert, weil der amerikanische Telefonkonzern AT&T, der damals im Besitz des Urheberrechts für Unix war, das System nicht für derartige Basteleien zugänglich machen wollte. Mit dem Erfolg, dass klassisches Unix inzwischen quasi vom Markt verschwunden ist, während Linux und andere freie Unix-Klone die Welt erobern.

Hacker sind Menschen, die sich perfekt mit einem System auskennen. Ohne Frage handelt es sich dabei um Freaks, die gerne und viel vor dem Computer hängen. Doch spätestens seit der Erfindung der Open-Source-Software sind ihre Interessen in Bahnen gelenkt worden, die der Allgemeinheit nützen. Das Resultat lässt sich sehen: Mozilla, Firefox, Linux, GIMP, zum Teil sogar Mac OS X sind zu großen Teilen der Arbeit von Hackern zu verdanken.


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News Flash, am 01.12.2008 23:35

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