Computer im Wagenrad
RFID: Autoreifen, kluge Plappermäuler
Nach den Nummernschildern sind nun die Reifen dran: Der Reifenhersteller Michelin möchte seine Reifen möglichst bald mit RFID-Tags ausstatten. Hauptsächlich für logistische Zwecke, doch könnten intelligente RFID-Chips in den Rädern dem Fahrer auch wichtige Informationen über Straßenbeschaffenheit, Reifendruck oder -temperatur liefern.
Inhaltsverzeichnis
- 1Tags in Gummi
- 2Geeignet oder nicht?
- 3Informationen für den Bordcomputer
- 4Positiv für die ESP-Abstimmung
- 5Organisch gewachsen
- 6Das Leben wird schwerer
Tags in Gummi
Die Aufrüstung der Reifen mit RFID-Tags ist der logische Schluss der Reifenhersteller, sich gegen die inzwischen ausufernde Politik des Gesetzgebers zu sträuben, die Reifen mit immer mehr Siegeln zu verunzieren, die dem Händler helfen sollen, Reifen passend zum Fahrzeug zu verkaufen. Statt auf dem Reifen sollen die Label dann in dem RFID-Chip untergebracht werden.
Denn anders als in Deutschland haben die USA keine technische Überwachungsstelle für Autos, also keinen verpflichtenden TÜV. Jeder kann grundsätzlich alles anbauen, sofern es gewissen gesetzlichen Rahmen gehorcht. Eine Unfallserie mit falschen Reifen am Ford Explorer jedoch hat ein Umdenken einsetzen lassen.
Geeignet oder nicht?
Nun müssen die Reifenhersteller nachweisen, dass ihre Reifen für ein Fahrzeug geeignet sind. In Deutschland ist es umgekehrt: Dort gehorchen Reifen gewissen Normen und nur ein gewisses Spektrum an Rädern darf an bestimmte Autos montiert werden. Der TÜV hat dabei immer noch das letzte Wort, Anbauteile ohne das Qualitätssiegel eines Überwachungsvereins haben schlechte Karten.
Doch nicht nur die Logistik und die Verkehrssicherheit sind die Punkte, für die sich RFID-Tags im Reifen lohnen. Die kleinen Chips in der Seitenwand könnten dem Fahrer auch Informationen zukommen lassen. Dazu bedarf es nur eines intelligenten RFID-Tags, das an einige Sensoren angeschlossen ist.
Informationen für den Bordcomputer
So könnte der intelligente Reifen dem Fahrer wichtige Informationen liefern. Denn gerade bei den dicken Autos in den Vereinigten Staaten und der gleichermaßen schlechten Führerscheinausbildung können schon geringste Reifenprobleme riesige Probleme auf Bürgersteigen und Highways verursachen. So käme ein Reifen, der vor solchen Problemen warnt, gerade recht.
