Rechenkünstler mit bis zu 144 Opteron-Prozessoren

Cray XD1: Linux-Rechner der Superlative

Angefangen hat es vor etwa 30 Jahren: 1976 baute Cray seinen ersten Supercomputer - den Cray-1. Von umgerechnet acht Megabyte Arbeitsspeicher und einer Taktfrequenz von 80 Megahertz konnten Computerbegeisterte damals nur träumen.

Nach wie vor sind die "FLOPS" (FLoating Point Operations Per Second) der Maßstab, an denen Hochleistungsrechner für wissenschaftliche Anwendungen gemessen werden. Der sehr ausladend dimensionierte Cray-1 schaffte einen für diese Zeit extrem hohen Wert von 160 Millionen Fließkomma-Operationen in der Sekunde.

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Superlative im Dienste der Wissenschaft

Heute geht Cray die Sache mit den Höchstleistungen in etwas kleineren Maßstäben an, rein äußerlich zumindest. Denn in den drei Höheneinheiten des jetzt verfügbaren Cray XD1 stecken nun ganze 58 Milliarden FLOPS (GFLOPs) - dafür sorgen 12 Opteron-Prozessoren von AMD mit 64 Bit und 2,4 Gigahertz.

In einem Einschub sind sie mit einer Geschwindigkeit von 96 Gigabyte in der Sekunde angebunden und unterstützen einen Festplatten-Ausbau bis 1,5 Terabyte. Große Zahlen auch beim Arbeitsspeicher: Maximal 96 Gigabyte RAM mit einer Speicherbandbreite von 77 Gigabyte per Sekunde sprechen eine deutliche Sprache.

Cray XD1: Linux-Rechner der Superlative

Bei einer Verzögerungszeit von 1,8 Mikrosekunden bleibt für keinen der eingebauten CPUs wirklich viel Zeit zum Ausruhen. Und das ist auch gut so. Denn Supercomputer wie der Cray XD1 sollen Wissenschaftlern schließlich auch dabei helfen, Katastrophen vorauszuberechnen, damit betroffene Menschen rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden können.

Höhenflug für den Pinguin

Ein Server-Schrank bietet Platz für ein Dutzend der recht klein geratenen Supercomputer. Dementsprechend lässt sich die Leistung dank 144 Prozessoren auf 691 GFLOPs erhöhen. Die Latenzzeit steigt dann geringfügig auf zwei Mikrosekunden, dafür steht in allen anderen Belangen die zwölffache Kapazität zur Verfügung.

Dem Aushängeschild des alternativen Betriebssystems Linux, dem Pinguin, ist es in freier Wildbahn leider nicht vergönnt, sich in die Lüfte zu schwingen. Doch rein rechnerisch betrachtet dürfte ihm mit dem Cray XD1 durchaus so mancher Höhenflug gelingen.

Dessen Preise liegen zwischen 100.000 und zwei Millionen US-Dollar - im Sektor der Supercomputer keine Seltenheit. Das nötige Kleingeld und Interesse bringt unter anderem schon die Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg mit.

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