Technische Möglichkeiten und vorgegaukelte Sicherheit
Serie: Anonymes Filesharing möglich?
Sascha Hottes
Daten im Klartext
Die meisten Tauschbörsen können derzeit nur unverschlüsselt Daten senden und empfangen. Das bedeutet, dass alle übertragenen Daten sowohl im Klartext gesendet als auch empfangen werden. Damit sind sie für jeden Lauscher lesbar.Die Verschlüsslung der Daten wäre also eine Alternative, Filesharing-Dienste anonym zu nutzen. Lauscher würden so nur "Datenschrott" zu lesen bekommen. Nur für wen diese Daten bestimmt sind, könnte diese lesen. Sinnvoll wäre nach Ansicht der Experten des Anonymisierungsdienstes JAP ein 128-Bit-Schlüssel. Leider lässt sich JAP aber - entgegen einiger Aussagen - nicht für Anonymisierung in Tauschbörsen einsetzen, da es technisch nicht geeignet ist.
Verschlüsselte Ordner
Die Sicherheitsexperten von Steganos bieten eine Software, die seit den ersten Klagen angeboten wird. Steganos Secure FileSharing 6 verschlüsselt den "Shared Folder", der bei Steganos Mediensafe heißt. Der Mediensafe verschlüsselt die eingehenden Daten mit einem 128-Bit-Schlüssel im AES-Verfahren (Advanced Encryption Standard).
Der Nutzer hat seine Dateien damit "weggesperrt". Nur er kennt den Schlüssel, um auf die Musik oder die Filme zuzugreifen. Doch was bringt der Dienst? Aus unserer Sicht bringt eine Verschlüsselung der Daten nicht viel. Nach wie vor werden die Daten im Klartext übermittelt und die IP-Adresse ist auch auslesbar. Was bringt der Mediensafe, wenn die Staatsanwaltschaft vor der Tür steht?
Echte Anonymität durch Proxy-Dienste
Die bisher vorgestellten Möglichkeiten zeigen das Manko. Echte Anonymität kann man nur erreichen, wenn die eigene IP-Adresse verborgen wird. Beliebtes und bekanntes Mittel, um sich sinnvoll und effektiv zu 'verstecken', sind Proxy-Dienste.
Proxy-Server schalten sich wie eine Art Filter zwischen Internet und Nutzer bzw. andere Tauschbörsianer. So erfährt weder der angewählte Computer, wer am anderen Ende sitzt, noch kann es irgendjemand anderes erfahren. Zusätzlich kann über die IP-Adresse kein Auslesen der eigenen Dateien stattfinden.
Aber Vorsicht! Proxy-Dienst ist nicht gleich Proxy-Dienst. So gibt es zwar kostenlose Dienste, wie etwa JAP. Diese eignen sich aber meist nicht für Filesharing. Rene Holzer von Nutzwerk erklärt das so, "JAP ist ein Dienst, der HTTP spricht, das heißt, dass ich damit Webseiten anwählen kann. JAP holt mir diese und leitet sie an mich weiter. eMule oder Kazaa sprechen jedoch eigene Protokolle, die JAP nicht versteht und somit nicht bearbeiten kann."
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